Skandal
Weißmann: Arbeitsprozess gegen ORF startet im August
Das Parlament hat Pause, die Bundesregierung werkt im Hochsommer eher auf Sparflamme - nur das Arbeits- und Sozialgericht kümmert die Urlaubsstimmung wenig. Und so startet just am 11. August im schlichten Saal 25 im 9. Wiener Gemeindebezirk einer der aufsehenerregendsten Prozesse des Jahres: Um Punkt 13 Uhr wird die Causa "Mag. Roland Weißmann gegen Österreichischer Rundfunk" aufgerufen.
oe24-Leserinnen und Leser kennen die Story natürlich: Weißmann wurde nach Belästigungsvorwürfen von den Chefs des Stiftungsrates der Rücktritt nahegelegt - den dieser nach einem mehrtägigen Ringen auch vollzog. Wochen später kündigte der ORF seinen einstigen Chef auch den Redakteursvertrag.
Bei der Klage geht es um Millionen
Weißmanns Anwalt Oliver Scherbaum sah jedenfalls eine "Motivkündigung", die "mit guten Aussichten anfechtbar" sei. Man wolle eine Zahlung des Restgehalts von Weißmann für die verbliebene Geschäftsführungsperiode erwirken (in etwa 350.000 Euro), Ansprüche aus dem Entgang einer wahrscheinlichen zweiten Amtsperiode an der Spitze des ORF (ca. 2,3 Mio. Euro), entgangene Pensionskassenbeiträge (ca. 250.000 Euro) und immateriellen Schadenersatz aufgrund der Berichterstattung und Datenschutzverletzungen (ca. 1 Mio. Euro) - insgesamt also knapp 4 Millionen Euro. Scherbaum rechnete bei einem Hintergrundgespräch im April mit einem "sehr langen Verfahren".
Mit einer Entscheidung ist deshalb am 11. August noch nicht zu rechnen: Das Gericht hat lediglich eine "vorbereitende Tagsatzung" angesetzt.