Beschäftigungslosigkeit bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen hat in Österreich unterschiedlichste Gründe.
Erhebliche Unterschiede gibt es auch, wenn man die Herkunft der Betroffenen berücksichtigt: So seien migrantische Jugendliche der ersten Generation deutlich häufiger ohne Ausbildung oder Arbeit als andere Gruppen, bestätigt ein IHS-Forschungsbericht für den Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF). Man müsse die Betroffenen daher so früh wie möglich abholen.
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Weder Beschäftigung, Ausbildung noch Schulung
Untersucht wurde die Situation von Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 15 und 24 Jahren, die sich weder in Beschäftigung, Ausbildung noch Schulung befinden und damit zur sogenannten NEET-Gruppe ("Not in Education, Employment or Training") zählen.
Herangezogen wurden quantitative Daten, zumeist aus dem Jahr 2022, aber auch Schilderungen in qualitativen Interviews. Autor Hermann Kuschej spricht von spannenden Ergebnissen, die aber differenziert zu betrachten seien.
Betrachtet man nun die - zum Zeitpunkt der Erarbeitung der Studie aktuellsten - Daten aus dem Jahr 2022 der Statistik Austria, waren damals Jugendliche der ersten Migrationsgeneration mit 27,3 Prozent mehr als drei Mal so häufig von einem NEET-Status betroffen wie Jugendliche ohne Migrationshintergrund mit 8,7 Prozent. Bei Jugendlichen der zweiten Generation lag der Anteil bei 13,3 Prozent.
- Betrachtet man nun die - zum Zeitpunkt der Erarbeitung der Studie aktuellsten - Daten aus dem Jahr 2022 der Statistik Austria, waren damals Jugendliche der ersten Migrationsgeneration mit 27,3 Prozent mehr als drei Mal so häufig von einem NEET-Status betroffen wie Jugendliche ohne Migrationshintergrund.
- Jugendliche ohne Migrationshintergrund waren mit 8,7 Prozent betroffen.
- Bei Jugendlichen der zweiten Generation lag der Anteil bei 13,3 Prozent.
Herkunftsland und Geschlecht spielen Rolle
Auch innerhalb der Gruppe der Jugendlichen mit Migrationshintergrund zeigen sich deutliche Unterschiede: Nach Geburtsland reicht der Anteil der Jugendlichen, die sich weder in Beschäftigung, Ausbildung noch Schulung befinden, von 16,3 Prozent bei in Deutschland Geborenen über 24,3 Prozent bei Jugendlichen aus der Russischen Föderation bis zu 33 Prozent bei Jugendlichen aus Afghanistan und Syrien. Besonders hoch ist der Anteil bei Jugendlichen aus sonstigen europäischen Staaten, darunter etwa der Ukraine und Georgien, mit 46,6 Prozent.
Unterschiede zeigen sich zudem insbesondere zwischen jungen Frauen und Männern einzelner Herkunftsgruppen, ergeben die Zahlen aus 2022. Besonders ausgeprägt ist die Differenz bei Jugendlichen aus der Türkei: Während 21,5 Prozent der jungen Männer weder in Beschäftigung, Ausbildung noch Schulung waren, lag der Anteil bei jungen Frauen bei 33,2 Prozent. Bei Jugendlichen aus Afghanistan und Syrien fällt der Unterschied zwischen jungen Männern und Frauen hingegen vergleichsweise gering aus.
ÖIF sieht sich in Arbeit bestätigt
Cornelia Marks, Mitarbeiterin im Team Wissensmanagement des ÖIF, zieht aus den Ergebnissen mehrere Schlüsse: So müssten Jugendliche "möglichst frühzeitig" erreicht werden, es brauche sichtbare Vorbilder für den Einstieg in den Arbeitsmarkt. Außerdem reichten Allgemeininformationen über Ausbildung und Berufe oft nicht aus, vielmehr wären praxisnahe Einblicke nötig. Die Erlangung von Deutschkenntnissen dürfe zudem nicht Voraussetzung für einen Berufseinstieg sein, sondern müsse auch begleitend zur Beschäftigung stattfinden.
Insgesamt sieht sich der ÖIF durch die Studie in seiner Arbeit aber auch bestätigt. Marks verweist etwa auf österreichweite Karriereplattformen und das bestehende Angebot an berufsbegleitenden Deutschkursen.