Nach den zuletzt etwas angenehmeren Sommertagen dürfte die Hitze in den kommenden Wochen wieder deutlich zulegen. Mehrere Wettermodelle und Langfristprognosen deuten darauf hin, dass sich im Laufe der zweiten Julihälfte erneut eine ausgeprägte Hitzelage über West- und Mitteleuropa entwickelt. Auch Österreich könnte davon betroffen sein.
Aktuell sorgt noch kühlere Luft aus Nordwesten für Temperaturen meist zwischen 22 und 30 Grad sowie einzelne Schauer und Gewitter. Diese Wetterberuhigung dürfte jedoch nur von kurzer Dauer sein. Bereits in der kommenden Woche steigen die Temperaturen laut den Prognosen wieder an, ehe sich zum Monatsende eine neue Hitzewelle aufbauen könnte.
Hitzeglocke
Meteorologen sprechen von einer möglichen sogenannten Hitzeglocke (Heat Dome). Dabei sorgt ein kräftiges Hochdruckgebiet dafür, dass heiße Luft über Tage oder sogar Wochen eingeschlossen wird. Unterstützt wird diese Wetterlage durch großräumige Wellenbewegungen in der Atmosphäre, sogenannte Rossby-Wellen, die den Jetstream beeinflussen und heiße Luft aus Spanien und Frankreich nach Mitteleuropa lenken.
Während in Frankreich bereits die dritte Hitzewelle innerhalb weniger Wochen mit Temperaturen von bis zu 42 Grad erwartet wird, könnten die heißen Luftmassen später auch Österreich erreichen. Besonders im Osten des Landes – etwa in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland – wären bei entsprechender Wetterlage erneut Spitzenwerte von 35 Grad oder mehr möglich.
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Wetter-Krimi
Allerdings herrscht unter den Wettermodellen noch keine völlige Einigkeit. Einige Berechnungen sehen lediglich sommerliche Temperaturen um 25 bis 30 Grad, andere prognostizieren erneut eine markante Hitzewelle.
Auch die längerfristigen Modelle des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage (ECMWF) zeigen für Juli und August eine hohe Wahrscheinlichkeit für überdurchschnittliche Temperaturen in weiten Teilen Mitteleuropas. Wetterexperte Jörg Kachelmann bezeichnete die neuesten Monatsprognosen als "ziemlich katastrophal" und erwartet sowohl für den Juli als auch für den August verbreitet zu warme Bedingungen.
Neben der Hitze bereitet vor allem die Trockenheit Sorgen. Nach Einschätzung mehrerer Wetterdienste wird der Niederschlag in der zweiten Julihälfte voraussichtlich deutlich zurückgehen. Damit könnten sich die Böden weiter austrocknen. Erst wenn die Hitzeglocke aufbricht, steigt die Wahrscheinlichkeit für kräftige Gewitter und lokale Unwetter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen.
Für Österreich deutet derzeit somit vieles auf einen Sommer hin, der nach einer kurzen Abkühlung rasch wieder in den Hochsommermodus schaltet – mit zunehmender Hitze, anhaltender Trockenheit und einer erhöhten Unwettergefahr zum Monatsende.