Rekord-El-Niño

Wetterexperten: Uns droht ein knallharter Winter

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Die bisher veröffentlichten Wettermodelle für den kommenden Winter müssen vermutlich korrigiert werden: Meteorologen waren vor einem möglichen Riss im Polarwirbel - und das hätte dramatische Folgen für uns in diesem Winter.
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Im Pazifik baut sich ein El Niño auf, den die US-Klimabehörde NOAA als sehr stark einstuft. Die Behörde beziffert die Chance auf ein solches Ereignis im Herbst und Winter auf mehr als 90 Prozent; für Oktober bis Dezember sieht sie sogar eine 75-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass es stärker ausfällt als jedes El-Niño-Ereignis seit 1950.

Deshalb wird vor einem Riss im Polarwirbel gewarnt: Der stratosphärische Luftwirbel über der Arktis hält im Normalfall extreme Kälte im hohen Norden fest. Bleibt er kräftig, bleibt Mitteleuropa oft mild und windig. Wird er gestört, gespalten oder nach einer plötzlichen Stratosphärenerwärmung geschwächt, kann arktische Luft nach Süden ausbrechen.

Wetterexperte Karsten Brandt wird dazu in der BILD zitiert: Reiße der Wirbel, könne Kaltluft Europa "eisig lahmlegen". Diplom-Meteorologe Sebastian Wache von WetterWelt hält sogar schon im Oktober einen Split mit einem Ableger über Skandinavien für denkbar.

Wetterexperten noch unsicher

Der Deutsche Wetterdienst meint dazu, aus einem starken El Niño allein lasse sich kein kalter Winter in Europa ableiten. Europa gilt als der am wenigsten direkt betroffene Kontinent; Atlantik, Nordatlantische Oszillation und der tatsächliche Zustand des Polarwirbels wiegen hier schwerer.

Und Klimaforscher Josef Ludescher verweist darauf, dass das Maximum der Erwärmung diesmal eher im Ostpazifik liege – ein Muster, das für Deutschland nicht automatisch einen kälteren Winter bedeutet. Mehrere Modellrechnungen für Dezember bis Februar zeigen vielmehr Temperaturen von bis zu zwei Grad über dem Mittel.