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Wie alt ist Ihr Körper wirklich? Drei Tests geben erstaunliche Hinweise
Die Gene beeinflussen laut der deutschen AOK nur einen Teil unserer Lebenserwartung. Viel wichtiger ist der eigene Lebensstil. Wissenschaftler untersuchen deshalb seit Jahren bestimmte körperliche und geistige Fähigkeiten, die mit der Gesundheit im Alter zusammenhängen.
Drei Tests lassen sich ganz einfach zu Hause ausprobieren: auf einem Bein stehen, vom Boden aufstehen und innerhalb von 90 Sekunden möglichst viele Tiernamen nennen.
Wichtig: Die Ergebnisse sind keine Vorhersage der persönlichen Lebenserwartung. Sie zeigen lediglich, wie bestimmte Fähigkeiten im Vergleich zu anderen ausgeprägt sind.
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1. Der Einbein-Test
Der erste Test ist denkbar einfach: Stellen Sie sich auf ein Bein und stoppen Sie die Zeit. Eine gute Balance gilt als wichtiger Marker für die körperliche Fitness und kann unter anderem mit einem geringeren Sturzrisiko zusammenhängen.
Als Orientierung nennt die AOK Richtwerte des britischen Gesundheitsdienstes NHS:
- 18 bis 39 Jahre: rund 43 Sekunden
- 40 bis 49 Jahre: rund 40 Sekunden
- 50 bis 59 Jahre: rund 37 Sekunden
- 60 bis 69 Jahre: rund 30 Sekunden
- 70 bis 79 Jahre: rund 18 bis 19 Sekunden
- über 80 Jahre: etwas mehr als 5 Sekunden
Beim Test sollten Sie aufrecht stehen und das freie Bein anwinkeln. Der Fuß kann mit einer Hand gehalten werden, alternativ bleiben die Hände in den Hüften.
Wichtig: Der Test sollte nur in einer sicheren Umgebung und möglichst in der Nähe einer stabilen Möglichkeit zum Festhalten durchgeführt werden. Für Menschen mit ausgeprägten Gleichgewichtsproblemen kann er ein Sturzrisiko darstellen.
2. Vom Boden wieder aufstehen
Beim zweiten Test geht es um Kraft und Beweglichkeit. Die Aufgabe: Setzen Sie sich aus dem Stand auf den Boden und stehen Sie anschließend wieder auf – möglichst ohne Hände, Knie oder Möbel zur Hilfe zu nehmen.
Eine Studie mit 4.282 Menschen zwischen 46 und 75 Jahren untersuchte genau diese Fähigkeit. Die Teilnehmer wurden im Durchschnitt zwölf Jahre lang beobachtet.
Dabei zeigte sich ein statistischer Zusammenhang: Menschen, die den Test ohne Unterstützung schafften und die volle Punktzahl erreichten, hatten ein niedrigeres Sterberisiko als jene mit besonders schlechten Ergebnissen.
Wer beim Test Schwierigkeiten hat, sollte das Ergebnis allerdings nicht als persönliche Prognose verstehen. Auch Alter, Beweglichkeit, Verletzungen und andere körperliche Voraussetzungen spielen eine Rolle.
3. Wie viele Tiere fallen Ihnen ein?
Der dritte Test fordert vor allem das Gehirn. Stellen Sie einen Timer auf 90 Sekunden und nennen Sie so viele verschiedene Tierarten wie möglich.
Bei der Berliner Altersstudie wurden 518 Menschen zwischen 70 und 95 Jahren untersucht. Dabei zeigte sich ein Zusammenhang zwischen der sogenannten verbalen Flüssigkeit und der Lebenserwartung.
Wer innerhalb kurzer Zeit viele Begriffe nennen kann, verfügt demnach über eine gute sprachliche Abrufgeschwindigkeit. Auch hier gilt jedoch: Der Test kann keine individuelle Lebenserwartung vorhersagen.
Drei Tests – drei Bereiche
Die drei Übungen betrachten unterschiedliche Fähigkeiten: Gleichgewicht, körperliche Leistungsfähigkeit und geistige Beweglichkeit.
Wer bei einem Test schlechter abschneidet, muss sich deshalb nicht sofort Sorgen machen. Die Ergebnisse sind lediglich Momentaufnahmen und können von zahlreichen Faktoren beeinflusst werden.
Trotzdem können die einfachen Übungen einen interessanten Anstoß geben, sich mehr mit der eigenen Fitness zu beschäftigen – und das dauert nicht einmal fünf Minuten.