Kiew betroffen
Wieder Tote bei russischen Angriffen in der Ukraine
In der ostukrainischen Großstadt Charkiw wurde eine 40 Jahre alte Frau bei einer Attacke getötet, wie der Gouverneur der Region, Oleh Synjehubow, auf Telegram mitteilte. Verletzt wurden demnach neun Menschen, darunter auch ein zehnjähriger Bub. In der Hauptstadt Kiew wurden Bürgermeister Vitali Klitschko zufolge mindestens drei Menschen verletzt.
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Der ukrainische Zivilschutz teilte in der Früh mit, dass es Feuer in drei Stadtteilen infolge russischen Beschusses gegeben habe, die alle gelöscht worden seien. Demnach brannten ein Lagerhaus, elf Fahrzeuge, ein vierstöckiges Gebäude und ein Nichtwohngebäude.
Russland attackierte das Nachbarland dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zufolge mit acht Raketen und Marschflugkörpern sowie 136 Drohnen. Insgesamt habe Moskaus Militär in dieser Woche fast 1.700 Drohnen, mehr als 1.630 Gleitbomben und 95 Raketen und Marschflugkörper eingesetzt, wobei es sich bei mehr als der Hälfte um ballistische Raketen handle, teilte Selenskyj mit. Er warf Russland ballistischen Terror vor.
Russland berichtet von Angriffen gegen Hafen von Tschornomorsk
Russland griff nach eigener Darstellung den ukrainischen Hafen Tschornomorsk in der Region Odessa an und richtete dort erhebliche Schäden an. Wie das Verteidigungsministerium in Moskau nach Angaben der Staatsagentur Tass mitteilte, wurde im Hafen ein Container-Terminal mit Militärgütern angegriffen und beschädigt. Zudem sei bei dem Angriff mit Präzisionswaffen und Drohnen ein Stückgutfrachter getroffen worden.
Von ukrainischer Seite wurde am Abend bestätigt, dass vor der Küste bei Odessa ein unter fremder Flagge fahrender Frachter nach einem russischen Raketenangriff gesunken sei. Bei dem Angriff am 19. Juli seien neun Besatzungsmitglieder sowie ein ukrainischer Lotse getötet worden, teilte der regionale Militärverwalter Oleh Kiper auf Telegram mit. Acht Mann Besatzung seien gerettet worden. Die "Golden Leo", die unter der Flagge von Guinea-Bissau fuhr, habe Mais transportiert.
Selenskyj: Ukraine braucht Abfangraketen
Deswegen sei es wichtig, dass Abwehrsysteme rechtzeitig geliefert würden. Jede Abfangrakete trage dazu bei, Menschenleben zu retten, wenn sie in der Ukraine sei und nicht in den Lagern der Partner seines Landes. Ballistische Raketen sind aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit schwieriger abzuwehren als Marschflugkörper, die von den Angreifern besser manövriert werden können und wegen ihrer geringen Flughöhe nicht so leicht vom Radar der Luftabwehr zu erfassen sind.
Das Verteidigungsministerium in Moskau bestätigte Angriffe auf Kiew. Es habe Rüstungsfabriken attackiert, teilte es mit. Weiters verkündete es, dass die Streitkräfte die ostukrainische Ortschaft Schewtschenko eingenommen hätten. Sie liegt in der Region Donezk, die zusammen mit Luhansk den von Industrie und Bergbau geprägten Donbass bildet. Russland hat im Osten der Ukraine bereits große Teile unter seine Kontrolle gebracht.
Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als vier Jahren mit westlicher Hilfe gegen eine russische Invasion. Selenskyj hatte am Freitag vor einem neuen massiven russischen Raketenangriff innerhalb von 48 Stunden gewarnt.