Öffi-Fahrgäste müssen sich bereits auf die nächste Tariferhöhung einstellen. Nach dem deutlichen Preisschub zu Jahresbeginn 2026 sollen die Tickets der Wiener Linien auch 2027 teurer werden. Wie hoch die neuen Preise ausfallen, steht allerdings noch nicht fest.
Hintergrund ist die neue Tarifpolitik der Wiener Linien. Gemeinsam mit der Stadt wurde bereits im Vorjahr beschlossen, die Preise ab 2027 jährlich zu valorisieren. Grundlage dafür ist die Entwicklung der Inflation. Der Verbraucherpreisindex lag im August 2026 laut Statistik Austria um 3,2 Prozent über dem Wert des Vorjahresmonats. Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass sämtliche Fahrscheine exakt um 3,2 Prozent teurer werden.
Welche Tickets wie stark betroffen sein werden, wollen die Wiener Linien noch im Herbst bekannt geben. Konkrete Beträge, die bereits im Internet kursieren, sind bislang nicht bestätigt.
Jahreskarte kostet seit Jahresbeginn deutlich mehr
Für Stammkunden wäre es bereits die zweite Verteuerung innerhalb kurzer Zeit. Die reguläre Jahreskarte war mit Jahresbeginn 2026 von 365 auf 467 Euro gestiegen. Für die digitale Variante werden derzeit 461 Euro verlangt. Zuvor war der Preis der Jahreskarte seit ihrer Einführung 2012 nicht erhöht worden.
Mit der jährlichen Anpassung folgt Wien einem Modell, das auch andere Verkehrsunternehmen anwenden. Der Verkehrsverbund Ost-Region passt Tarife regelmäßig an, auch die ÖBB erhöhen ihre Preise mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2026. Die Aussicht auf die nächste Verteuerung sorgt nun für politischen Widerstand. Sowohl Grüne als auch ÖVP greifen die rot-pinke Stadtregierung an.
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Grüne fordern Öffi-Preisbremse
Die Grünen fordern eine Preisbremse bei den Öffis und die Rückkehr zur 365-Euro-Jahreskarte. Parteichef Peter Kraus zieht dabei einen Vergleich mit der Debatte über eine Entlastung bei den Spritpreisen. "Wenn wir über eine Spritpreisbremse reden, dann müssen wir auch über eine Öffipreisbremse reden", erklärt Kraus.
Öffentliche Verkehrsmittel seien aus Sicht der Grünen nicht nur für Klima und Verkehr wichtig, sondern auch eine Möglichkeit, Haushalte bei schwankenden Energiepreisen zu entlasten. Mobilitätssprecherin Heidi Sequenz kritisiert vor allem die künftig jährlichen Anpassungen. Höhere Preise würden den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel erschweren und Fahrgäste belasten, die im Alltag auf Bus, Bim und U-Bahn angewiesen seien.
Auch Gemeinderat Kilian Stark fordert die Rückkehr zum früheren Jahreskartenpreis. Die Grünen verbinden ihre Kritik dabei mit dem Zustand des Öffi-Angebots und verweisen auf Wartezeiten sowie Probleme bei Ersatzverkehren während Streckensperren.
ÖVP kritisiert neuen Preisschub
Auch die ÖVP nimmt die bevorstehende Erhöhung zum Anlass für Kritik an SPÖ und Neos. Landesparteiobmann Markus Figl wirft der Stadtregierung vor, steigende Kosten regelmäßig an die Bevölkerung weiterzugeben. "Die Stadt muss bei sich selbst sparen, ihre Strukturen reformieren und die Menschen endlich entlasten, statt immer wieder an der Preisschraube zu drehen", fordert Figl.
Verkehrssprecherin Elisabeth Olischar sieht in regelmäßigen Tariferhöhungen ebenfalls ein falsches Signal. Gerade wenn mehr Fahrgäste für öffentliche Verkehrsmittel gewonnen werden sollen, müssten diese aus Sicht der ÖVP attraktiv, verlässlich und leistbar bleiben. Wie stark der nächste Preisschub tatsächlich ausfällt, bleibt vorerst offen. Klar ist nur, dass die mit 2027 angekündigte jährliche Valorisierung nun erstmals schlagend wird. Die genauen neuen Tarife sollen noch im Herbst folgen.
FPÖ pocht auf Seniorenticket
Auch die FPÖ kritisiert die angekündigte jährliche Valorisierung der Öffi-Tarife und fordert die Rückkehr zur 365-Euro-Jahreskarte. Stadtwerkesprecher Klemens Resch spricht von einer zusätzlichen Belastung für die Fahrgäste und nimmt dabei vor allem den Automatismus künftiger Erhöhungen ins Visier. "Diese schamlose Gebührenpolitik muss beendet werden", erklärt Resch. Neben der Rückkehr zum früheren Jahreskartenpreis verlangt die FPÖ auch die Wiedereinführung des Seniorentickets. Resch verbindet die Kritik an den Preisen zudem mit überfüllten Garnituren, Störungen und langen Intervallen bei den Wiener Linien.