Finanzelle Einbußen

Szenewirt erwägt wegen Hitze Sommerpause

© Michael Malina
Die Hitze setzt der Gastronomie wirtschaftlich zu. Weil an besonders heißen Tagen kaum Gäste kommen, steht für einzelne Betriebe sogar ein vierwöchiges Zusperren im Sommer zur Debatte.
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Viele Spitzenbetriebe reagieren wegen den brütenden Temperaturen nun mit neuen Konzepten und veränderten Öffnungszeiten auf das geänderte Verhalten der Gäste. Besonders das klassische Mittagsgeschäft bricht an heißen Tagen regelrecht ein, weil die Menschen die pralle Sonne meiden und selbst schattige Plätze im Freien meiden. "Früher haben die Gäste nachgefragt, ob sie draußen sitzen können. Heuer rufen sie an, um sich zu vergewissern, dass der Gastraum klimatisiert ist", schildert Vestibül-Chefin Veronika Doppler.

Veronika Doppler setzt im Vestibül stärker auf den Abend. © &social

Das Nobelrestaurant im Burgtheater hat bereits im vergangenen Jahr mit der Erarbeitung eines neuen Konzepts begonnen. Seit Mai konzentrieren sich die Öffnungszeiten auf die Abendstunden, auch um den Besuchern vor und nach den Theatervorstellungen gerecht zu werden.

Der Betrieb bei hohen Temperaturen bringe zudem massive Mehrkosten mit sich. Die ständige Lüftung, durchgehende Kühlung und eine verlässliche Kühlkette treiben den Energieaufwand extrem in die Höhe. "Die Gastronomie muss deshalb flexibler denn je auf Hitze und die neuen Gewohnheiten der Gäste reagieren", betont Doppler.

Vier Wochen Sommerpause als Ausweg

Auch die Albert Bar bekommt die wirtschaftlichen Folgen der Hitzewelle zu spüren. An manchen Tagen seien kaum Menschen auf den Straßen unterwegs. Entsprechend niedrig falle die Zahl der Lokalbesuche aus. "Für die nächsten Jahre muss man sich leider überlegen, ob man im Sommer nicht tatsächlich für vier Wochen zusperrt und die Mitarbeiter aufgrund der hohen Kosten für diesen Zeitraum abmeldet“, sagt Mario Bernatovic von der Albert Bar.

Eine solche Lösung wolle man zwar unbedingt vermeiden, die Einbußen seien jedoch enorm. Für zahlreiche Gastronomiebetriebe werde der Sommer damit zunehmend zu einer finanziellen Belastungsprobe.

Gäste entscheiden kurzfristig

Zudem entscheiden sich viele Gäste extrem kurzfristig für Gaststätten mit Schanigärten, Terrassen oder gekühlten Innenräumen. Diese Verhaltensänderung wirkt sich unmittelbar auf den Ablauf in den Küchen und Servicebereichen aus.

"Gleichzeitig werden die Aufenthalte kompakter, wodurch sich Frequenz, Umsatzstruktur und Personalplanung für die Betriebe spürbar verändern", erklärt Michael Dvoracek vom Restaurant Viva la Mamma.