Wimbledon im Wald1/4
Wimbledon reloaded: Das Waldviertel schlägt zurück
Der „heilige Rasen" von Wimbledon hat damit offiziell Konkurrenz aus dem Waldviertel bekommen – und niemand hat die Queen um Erlaubnis gefragt.
Vorbereitung. Sebastian Senk und sein Team walzten, jäteten und düngten monatelang, als gelte es, den Buckingham Palace neu zu bepflanzen. „Wir walzen, beseitigen das Unkraut und tragen neue Erde auf", berichtet Senk stolz – Worte, die man sich auch von einem britischen Butler vorstellen könnte, der gerade den Familiensilber poliert.
Holzschläger, weiße Hosen, wilde Bälle: Gmünd spielt Tennis-Geschichte
Chaos. Von ebenem Rasen fehlt allerdings jede Spur. Die Bälle springen, hüpfen und tänzeln nach eigenem Ermessen über den Platz, ganz so, als hätten sie einen eigenen Willen entwickelt. „Wenn sich der Ball immer verspringt, hat das mehr etwas von Glücksspiel als von Tennis", seufzt Heinrich Buchhöcker aus Weitra – ein Satz, der auch aus dem Mund eines verzweifelten Monty-Python-Ritters stammen könnte, der gerade gegen einen Grashügel kämpft.
Feeling. Laurin Kolm aus Zwettl schwelgt trotzdem im britischen Flair: „Es ist eine coole Stimmung mit tollen Leuten." Der abgeklärte Alexander Vogl aus Gmünd hingegen zuckt nur mit den Schultern: „Wenn man eine gute Hand hat, kann man überall spielen." So gelassen reagiert wohl nur jemand, der schon einmal einer aufgebrachten Herde Schafe auf dem Centre Court begegnet ist.
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Genie. Tennis-Journalist Fritz Hutter sieht darin gar keinen Scherz, sondern echte Größe: „Nicht alles, was super ist, muss teuer sein." Und tatsächlich – wo sonst trifft britischer Anstand auf Waldviertler Sturheit und einen garantiert unebenen Rasen?
Fazit: Wimbledon mag den Rasen gepachtet haben, doch den Humor und die Holzschläger-Tapferkeit hat sich Gmünd redlich verdient.