Eine außergewöhnliche Geste der Großzügigkeit sorgt am Comer See für Aufmerksamkeit: Loredana Spiga Venier schenkt der Gemeinde Varenna eine historische Wohnanlage im Wert von mehr als 1,6 Millionen Euro. Mit der Schenkung möchte die Witwe das Andenken an ihren verstorbenen Ehemann Gianmarco bewahren. Das Anwesen samt Möbeln und Einrichtungsgegenständen soll künftig der Allgemeinheit zugutekommen.
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Das zweistöckige Haus liegt im Ortszentrum von Varenna am Ostufer des Comer Sees. Es verfügt über eine Küche, einen Essbereich, ein großes Wohnzimmer und eine Veranda mit Blick in den Garten. Im Obergeschoss befinden sich drei Schlafzimmer und zwei Badezimmer. Besonders beeindruckend sind der Garten und die großzügige Panoramaterrasse mit Blick auf den See, die umliegenden Berge und den Golf von Varenna.
"Von der Terrasse aus haben wir jahrelang das ganze Dorf mit seinem Licht und seinen Farben, den See, die Berge eingeatmet", erinnerte sich Spiga Venier laut der italienischen Zeitung "Corriere di Lecco" an die gemeinsame Zeit mit ihrem Mann.
Haus soll 90 Jahre der Bevölkerung dienen
Die Schenkung ist an eine klare Bedingung geknüpft: Das Gebäude muss für die kommenden 90 Jahre der Bevölkerung zur Verfügung stehen. Geplant ist eine Nutzung für kulturelle Veranstaltungen, touristische Angebote und Begegnungen. Da das Ehepaar keine leiblichen Nachkommen hat, soll das Haus auf diese Weise langfristig einen Platz im Gemeindeleben erhalten.
Varennas Bürgermeister Mauro Manzoni zeigte sich von der Entscheidung beeindruckt. Es sei das erste Mal in der Geschichte der Gemeinde, dass ein Privatbürger der Verwaltung eine Immobilie schenke. Die Auflage der Spenderin sichere den Wert des Anwesens für kommende Generationen. Die Terrasse in der außergewöhnlichen Panoramalage sei ein bezaubernder Ort, der nun allen gehöre, betonte Manzoni.
Varenna kämpft gegen Touristenandrang
Die Schenkung rückt den beliebten Ferienort erneut in den Mittelpunkt. Varenna zählt zu den gefragten Reisezielen am Comer See und kämpft zunehmend mit den Folgen des Massentourismus. Die Gemeinde hat deshalb Regeln für Besucher eingeführt: Reisegruppen dürfen höchstens 25 Personen umfassen, Lautsprecher für Touristenführer sind verboten. Bei Verstößen drohen Geldstrafen.
Auch unangemessene Kleidung im öffentlichen Raum soll eingeschränkt werden. Wer im Ortsgebiet in Badebekleidung oder oberkörperfrei unterwegs ist, muss mit einem Bußgeld rechnen. Während die Gemeinde damit versucht, die Lebensqualität der Einwohner zu schützen, könnte die geschenkte Villa künftig einen neuen Ort für Kultur und Begegnung schaffen – und damit dauerhaft der Bevölkerung zugutekommen.