Skurriler Fall

WKWien will Geld der Berufsdetektive nicht

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Die Detektive wollten mehr zahlen, die Kammer ließ sie nicht. In der Wirtschaftskammer Wien tobt ein Fall, den sie nicht einmal selbst lösen dürfen.
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Tatort: Haus der Wirtschaft, Dienstag, 7. Oktober 2026. Bei der Jahrestagung der Fachgruppe der gewerblichen Dienstleister gehen die Wogen hoch. In dem Sammelbecken landen so unterschiedliche Berufe wie Sprachdienstleister, Personaldienstleister, Tauchunternehmen und Berufsdetektive. Auf der Tagesordnung steht eine Harmonisierung der Grundumlage, bisher zahlt jede Berufsgruppe ihren eigenen Betrag.

Der Plan des Vorstands ist dieser: 80 Euro pro Betrieb und Jahr, für alle gleich. Für die meisten bedeutet das ein Plus. Für die Berufsdetektive ist es ein Minus, früher zahlen sie 295 Euro. Eigentlich ein Grund zur Freude, möchte man meinen.

Die Spur des Geldes / "Um höhere Beiträge betteln"

Doch die "Ermittler" sehen das anders. Vor einigen Jahren beschließen die Berufsdetektive bei einer Berufsgruppentagung freiwillig, mehr zu zahlen, damit Geld für Branchen-Aktionen da ist. Ein Detektiv, der anonym bleiben möchte, sagt gegenüber oe24: „Wir wollten mehr zahlen. Das ist wohl der erste Fall in der Geschichte der Kammer, in dem Mitglieder um höhere Beiträge betteln."

Bei der Tagung sprechen sich die Berufsdetektive deshalb klar dafür aus, ihren erhöhten Beitrag zu behalten. Die Diskussion darüber ist laut Teilnehmern aber schneller vorbei, als ein Ehemann „Das war nur eine Kollegin" sagen kann.

Diskussion abgedreht

Fachgruppenobfrau Heidi Blaschek (Wirtschaftsbund) beendet die Debatte und bringt ihren Antrag zur Harmonisierung durch. „Wir haben nicht einmal Zeit gehabt, Fragen zu stellen. Und Fragen stellen ist eigentlich unser Beruf", sagt der Detektiv gegenüber oe24.

Das Ergebnis ist ein Kuriosum: Alle zahlen jetzt gleich viel. Dabei hat die Fachgruppe im vergangenen Jahr Verluste gemacht, Rücklagen müssen aufgebraucht werden. Trotzdem dürfen die Berufsdetektive keine höheren Umlagen einheben, um eigene Branchen-Aktivitäten zu finanzieren.

Fall noch offen

Unter den Ermittlern brodelt es. „Wir haben schon Pläne von Ehemännern und Steuersündern durchschaut. Dass uns die eigene Kammer überrumpelt, haben wir nicht kommen sehen", sagt der anonyme Detektiv zu oe24. Ob die Berufsgruppe das auf sich sitzen lässt, ist offen. oe24 wird nachfragen. Klar ist: Die Branche, die sonst alles herausfindet, will jetzt vor allem eines wissen, nämlich warum man ihr Geld nicht haben wollte.