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Zeiler statt Babler? Vertraute startet jetzt Charmeoffensive

© APA/HELMUT FOHRINGER
Es wird konkret: SPÖ-Kreise wollen Medien-Manager an der Parteispitze ++ SPÖ-Vizekanzler will offenbar nicht gehen
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Es ist egal, wen man in der SPÖ anruft - alle sind sie einig: Andreas Babler wird nicht freiwillig das Feld räumen: "Und wenn die nächste Umfrage die Partei bei 10 % sieht - er wird dann immer noch glauben, dass er alles richtig gemacht hat."

Nun, in der SPÖ sind immer mehr der Ansicht, dass die Partei nicht noch einmal in eine Wahl mit Babler gehen soll. 21,1 % waren es 2024 - doch selbst das schlechteste Wahlergebnis bisher scheint aus aktueller Sicht unerreichbar, aktuell hat die Lazarsfeld-Gesellschaft die SPÖ bei 15 (!) %.

Wie oe24 berichtet, sucht man in der Partei nach einer Alternative - und der ehemalige ORF-Chef und nunmehrige Warner-International-Präsident Gerhard Zeiler soll nicht abgeneigt sein, Babler abzulösen. Wie oe24 erfuhr, rührt sich da was: Zeilers Vertrag läuft laut Medienberichten zwar bis April 2028 - mit der geplanten Übernahme von Warner durch Paramount könnten die Karten aber neu gemischt werden. Wie auch immer, nach oe24-Infos soll Zeiler in den nächsten Tagen nach Österreich kommen, um die Lage zu sondieren. Prinzipiell, so ist zu hören, stehe der gebürtige Ottakringer bereit - es müsse aber einen erfolgversprechenden Schlachtplan geben. Jetzt sollen zwei SPÖ-Größen - darunter ein ehemaliger Partei-Geschäftsführer - die Lage sondieren und eine Art Charmeoffensive für Zeiler starten.

Dass eine Ablöse Bablers nicht einfach wird, ist allen klar: Hat sich der Traiskirchner Parteiapparatschik-Profi doch de facto an der Parteispitze pragmatisiert. Nunmehr sind 15.000 Unterschriften von Parteimitgliedern bzw. 5 Landesparteien nötig, um einen Parteitag  zur Abwahl des Chefs einzuberufen. Genau auf Zweiteres zielen es die Babler-Gegner ab.

Tatsächlich schwindet der Rückhalt für Babler im selben Ausmaß, wie die SPÖ-Umfragen abstürzen. Bis auf Tirol und Oberösterreich scheint keine Landesorganisation mehr so richtig hinter Babler zu stehen. NÖ, Burgenland, Steiermark und Kärnten sind mehr oder weniger offen gegen Babler. Von Burgenlands Hans Peter Doskozil etwa ist der Satz überliefert, egal, wer es wird, Hauptsache Babler geht.

Und so liegt wieder alles beim Wiener Bürgermeister Michael Ludwig. Der hat sich zwar im Sommer beharrlich loyal zu Babler gezeigt, bei der Frage einer neuerlichen Kandidatur Bablers bei der nächsten Wahl musste Ludwig aber hörbar schlucken, bevor er sie bejahte.

Zeiler-Fans wollen wissen, dass Ludwig durchaus ein Fan des Ottakringers ist, ob das für einen Seitenwechsel reicht, ist aber noch offen. Auch der Zeitfaktor spielt eine Rolle: Die nächsten Landeswahlen sind u. a. in NÖ, Kärnten und Salzburg - hier sollen auch die Babler-Kritiker besonders eifrig am Werk sein. Sie hätten auch gern, dass Zeiler Babler so rasch als möglich als Vizekanzler ablöst. Ob das gelingen kann? "Wir wissen, leicht wird das nicht", ist da zu hören. Babler einfach weiter werken zu lassen, sei aber auch keine Option...