Leichtbau-Sportler

Alle Infos von der neuen Alpine A110

07.03.2017

Wenn 252 PS auf gerade einmal eine Tonne treffen, geht die Post ab.

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© Renault / Alpine
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Renault hat uns mit der Vorstellung der neuen Alpine A110 lange auf die Folter gespannt. Doch nun ist damit Schluss. Das Comeback des legendären Sportwagens wird auf dem Genfer Autosalon 2017 (Publikumstage: 9. bis 19. März) zelebriert. Fans von agilen, leichten und technisch anspruchsvollen Fahrzeugen kommen bei der neuen A110 voll auf ihre Kosten. Denn die Ingenieure haben Wort gehalten, und einen lupenreinen Sportler auf die Straße gestellt. Da sind dann auch die rund 62.000 Euro, die für das Auto fällig werden, verschmerzbar. Das sehen offenbar auch die Interessenten so. Denn die seit Dezember bestellbare, auf 1.955 Exemplare limitierte „Première Edition“  war innerhalb von nur fünf Tagen ausverkauft. Und da standen die Leistungsdaten noch nicht einmal fest!

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Leicht und agil

Wie ihr legendäres Vorbild, die blaue Berlinette A110 von 1962 (Bild unten), verbindet die neue Alpine sportliches Design, Leichtbau und kompakte Abmessungen. Mit 4.178 Millimetern ist die A110 ungefähr so lang wie ein Clio. Die Breite von 1.798 Millimetern und die Höhe von lediglich 1.252 Meter Höhe sorgen für ein sportliches Erscheinungsbild. Chassis und Karosserie der A110 bestehen aus Aluminium. Je nach Beanspruchung ist das Leichtmetall geklebt, genietet und geschweißt. Damit stellt der Hersteller neben einem niedrigen Gewicht auch eine hohe Steifigkeit sicher. Vielversprechend ist auch die Gewichtsverteilung: 44 Prozent des Fahrzeuggewichts lasten auf der Vorderachse, 56 Prozent auf der Hinterachse. Die Anordnung des Motors vor der Hinterachse und des Tanks hinter der Vorderachse ermöglicht außerdem einen tiefen, zentralen Fahrzeugschwerpunkt. Ergebnis ist ein Fahrverhalten, das hohe Kurvengeschwindigkeiten ermöglichen und für kurvige Gebirgsstraßen maßgeschneidert sein soll. Da dürfte es selbst für stärkere oder ähnlich leichte Konkurrenten wie Porsche 718 Boxster / 718 Cayman, Audi TT RS oder Alfa 4C schwer sein, mithalten zu können. Auch weil die französische Flunder über ein lupenreines Sportfahrwerk mit Radführung an doppelten Querlenkern vorne und hinten verfügt. Wenn man was bekritteln könnte, dann vielleicht die elektronische Handbremse. Doch diese ist mittlerweile auch in Sportwagen-Ikonen wie dem Porsche 911 Standard.

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Performance

Für den adäquaten Vortrieb sorgt ein 1,8-Liter-Turbobenziner, der 252 PS mobilisiert und ein maximales Drehmoment von 320 Nm bereitstellt. Aus der Motorleistung und dem niedrigen Fahrzeuggewicht von 1.080 Kilogramm resultiert das exzellente Leistungsgewicht von 4,2 Kilogramm pro PS. Es hat wesentlichen Anteil daran, dass die A110 den Spurt aus dem Stand auf Tempo 100 km/h in nur 4,5 Sekunden absolviert. Bis zur Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h dauert es auch nicht allzu lange. Dabei zeigt sich einmal mehr, dass Leichtbau deutlich effizienter ist, als ständig nur die Motorleistung in schwindelerregende Höhen hochzuschrauben. Die Kraftübertragung an die Hinterräder erfolgt über ein speziell für die neue Alpine entwickeltes 7-Gang-Doppelkupplungs­getriebe von Getrag. Die Gangabstufung soll maximale Performance in allen Situationen gewährleisten. Die gewichtsoptimierte Auspuffanlage verfügt über ein zentral positioniertes Endrohr. Sie sorgt gleichermaßen für satten Sound und Extraleistung. Der A110 Fahrer kann zwischen den drei Fahrprogrammen „Normal“, „Sport“ und „Track“ wählen, mit denen sich das Ansprechverhalten von Motor und Fahrpedal, die Rückmeldung vom Lenkrad, die Eingriffsparameter des Elektronischen Stabilitätsprogramms, der Auspuffsound und die Darstellung im Kombiinstrument regulieren lassen.

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Design und Aerodynamik

Optisch gibt es im Vergleich zur seriennahen Studie, die vor rund einem Jahr präsentiert wurde, kaum Unterschiede gibt. Renault hat auf jegliches Design-Schnick-Schnack verzichtet. Das 2-Sitzer-Coupé wirkt schon im Stand extrem puristisch, angriffslustig und leicht. Zu den Hinguckern zählen die flache und schlanke Silhouette, die gewölbte Fronthaube mit zwei runden Scheinwerferpaaren, die taillierten Flanken, die geschmiedeten 18-Zoll-Räder sowie lang gestreckte und nach hinten leicht abfallende Kotflügel, die im flach auslaufenden Heck münden. Über dem vorderen Lufteinlass prangt groß und selbstbewusst der "ALPINE"-Schriftzug. Am Heck sorgen auffällige LED-Rückleuchten mit X-förmiger Grafik und dynamischen Blinkern für einen passenden Abgang. Für eine sportwagengerechte Aerodynamik sorgen u.a. ein Heckdiffusor und ein durchgängig flacher Unterboden. Hieraus ergeben sich ein hoher Anpressdruck an der angetriebenen Hinterachse und eine ordentlich Fahrstabilität. Zusätzlich leiten spezielle Einlassöffnungen im Frontstoßfänger die Luft ohne störende Verwirbelungen an den Vorderrädern vorbei und verringern so den Luftwiderstand. Ergebnis der aerodynamischen Optimierung ist ein Luftwiderstandsbeiwert (cw-Wert) von 0,32. Damit zählt die A110 zu den windschlüpfigsten Seriensportwagen auf dem Markt.

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Innenraum

Den Innenraum prägen ein minimalistisches Design, Leichtbaukomponenten und hochwertige Materialien wie vollnarbiges Leder, gebürstetes Aluminium oder Kohlefaser. Die Sporttaste ist als roter Knopf im Lenkrad integriert, der rote Start-Stopp-Knopf befindet sich wiederum in der schwebenden Mittelkonsole direkt hinter den beiden Tasten für die elektrischen Fensterheber. Das Doppelkupplungsgetriebe wird über drei runde Schalter, die ebenfalls auf der Mittelkonsole sitzen bedient. Laut Renault finden in der neuen A110 Fahrer und Beifahrer nahezu jeder Größe und Statur ordentlich Platz. Auch Ein- und Ausstieg sollen trotz der geringen Fahrzeughöhe leicht vonstattengehen.

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Verfügbarkeit und Preis

Bevor die Auslieferung der A110 startet, werden europaweit 60 Alpine Showrooms eröffnen, die von ausgewählten Renault Partnern betrieben werden. Der erste Alpine Showroom öffnet Ende April 2017 in Boulogne-Billancourt bei Paris. Der vorläufige Preis der A110 „Première Edition“ beträgt in Österreich 62.050 Euro. Die endgültigen Preise wird Alpine Mitte 2017 bekannt geben. Hierzulande dürfte die Markteinführung Ende des Jahres erfolgen.

Mehr Infos über die Modelle von Renault finden Sie in unserem Marken-Channel.

 

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