Komplettumbau für Gelände-Ikone

Mercedes G-Klasse als 800 PS starker Pick-up

01.04.2020

Der in Graz gebaute Offroader ist nach der Brabus-Kur kaum wiederzuerkennen.

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© Brabus
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Brabus  ist für seine teils ziemlich heftigen Umbauten von Mercedes-Modellen bekannt. Von der aktuellen G-Klasse haben die deutschen Veredler ebenfalls bereits einige Tuning-Varianten im Programm . Doch nun setzen sie dem Ganzen die Krone auf. Als Brabus 800 Adventure XLP wird die in Graz gebaute Offroad-Ikone nämlich zum 800 PS starken Pick-up.

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Höher und länger

Das Ungetüm basiert auf dem aktuellen AMG G 63  (585 PS) und soll sogar noch geländetauglicher als das Original sein. Die Brabus-Version verfügt nämlich über ein neu konstruiertes Spezialfahrwerk mit Portalachsen, wodurch eine Bodenfreiheit von 49 (!) Zentimetern erreicht wird. Die Dämpfung des neuen Ride Control Gewindefahrwerk wurde speziell auf die größere Bodenfreiheit abgestimmt. Der Fahrer kann das Fahrwerk im Cockpit über die serienmäßige Dynamic Select Fahrwerksverstellung der aktuellen G-Klasse steuern. Um hinter der unverändert großen und extrem luxuriös ausgestatteten Passagierkabine der G-Klasse eine Ladefläche zu adaptieren, wurde der Radstand um 50 Zentimeter verlängert. Die Gesamtlänge beträgt 5,31 Meter, das sind 68,9 Zentimeter mehr als ein serienmäßiger G 63 ohne Reserverad am Heck. Weiters wurde der Offroader auch deutlich verbreitert. Das Widestar-Kit mit den weit ausgestellten Radhäusern und die 22 Zoll großen All-Terrain-Reifen (Pirelli Scorpion ATR; 325/55 R 22) machen den Brabus 800 Adventure XLP endgültig zum Hingucker. Für die notwendige Steifigkeit wurde beim Umbau freilich ebenfalls gesorgt.

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Weitere Highlights

Bei den Materialien wird ebenfalls aus dem Vollen geschöpft. Carbon wird für die Produktion zahlreicher Karosserie-Elemente eingesetzt. Dazu gehören nicht nur der Motorhaubenaufsatz mit zwei Powerdomes, sondern auch die Kotflügelverbreiterungen und die seitlichen Karosserieleisten. Die verbreiterte Schürze mit großen Lufteinlässen kann auf Wunsch auch in einer Variante mit Frontschützbügel und Seilwinde mit 4.500 Kilogramm Zugkraft geordert werden. Der Unterfahrschutz wird ebenfalls aus Carbon produziert. Die Trittbretter, die für den verlängerten Radstand des 800 Adventure XLP ebenfalls länger ausgelegt wurden, erleichtern den Ein- und Ausstieg. In die Verbreiterungen wurden LED-Leuchten integriert. Wegen des hohen Einstiegs gibt es von Brabus auch spezielle, elektrisch ausfahrende Trittstufen, über die man den 2,10 Meter breiten und 2,26 Meter hohen (inkl. Dachaufbau) Pick-up leichter besteigen und verlassen kann.

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Antrieb

Zur martialischen Karosserie gesellt sich einer der leistungsstärksten Antriebe der Welt in einem Offroader: Dazu wurde der 4.0 Liter V8 Biturbo des aktuellen G 63 AMG von Brabus eingehend modifiziert. Beim "800 PowerXtra + Performance"-Upgrade werden die beiden Serienlader durch zwei neu konfigurierte Hochleistungsturbos ersetzt. Sie produzieren einen maximalen Ladedruck von 1,6 bar. Um den getunten Achtzylinder auch akustisch noch aufregender zu machen, wurde "Boost Xtra", ein Sound-Kit für das Bypassventil, entwickelt. Mit je zwei Endrohren links und rechts vor den Hinterrädern setzt das aus Edelstahl gefertigte Abgassystem auch optisch Akzente. Wie die Typenbezeichnung 800 Adventure XLP schon verrät, steigt die Spitzenleistung der Biturbo-Maschine auf 800 PS. Noch wichtiger für die Kraftentfaltung des Pick-ups ist das maximale Drehmoment von 1.000 Nm. Aus dem Stand sprintet der 2,9 Tonner in nur 4,8 Sekunden auf Tempo 100. Die Höchstgeschwindigkeit ist wegen der All-Terrain-Bereifung elektronisch auf 210 km/h begrenzt. Das Neungang-Automatikgetriebe kann über die Aluminium-Schaltpaddel am Lenkrad auch manuell geschaltet werden.

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Teures Ungetüm

Wer nun glaubt, dass es in Zeiten wie diesen, wo in vielen Ländern bereits Fahrer größerer SUVs schief angesehen werden, keinen Markt mehr für solche Fahrzeuge gibt, der irrt. Der 800 Adventure XLP kostet hierzulande zwar über eine halbe Million Euro und wird nur in Kleinserie gebaut, dennoch hat Brabus bereits zwölf Exemplare verkauft – ohne dass die Käufer das Fahrzeug gefahren haben. Die meisten dieser Hardcore-Pick-ups dürften in den Arabischen Emiraten und in Russland abgesetzt werden.

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