Flaggschiff der EQ-Reihe

Mercedes zeigt elektrische S-Klasse "EQS"

10.09.2019

Der neue EQS setzt auf dynamisches Design und hohe Reichweite.

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© APA/AFP/DANIEL ROLAND
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Daimler fächert seine elektrifizierte Elektromarke EQ weiter auf. Auf der IAA in Frankfurt (Publikumstage 12. bis 22. September 2019) ist quasi der gesamte Spannungsbogen abgedeckt. Ganz unten stromert der neue smart EQ  herum, dazwischen sortieren sich die neuen Plug-in-Hybrid-Modelle von A- und B-Klasse  sowie GLC und GLE  ein, und ganz oben thront der neue EQS. Bei Letzterem handelt es sich zwar noch um eine Studie, doch die Serienversion der elektrischen S-Klasse wird fast genauso aussehen.

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Coole Optik mit Lichtinszenierung

Der Vision EQS steht ziemlich dynamisch auf der Straße. Optisch orientiert er sich eher am viertürigen Coupé CLS als an der klassischen S-Klasse Limousine . Ein absoluter Hingucker ist das umlaufende Lichtband („Lightbelt“), welches das Auto in zwei Ebenen trennt. Dabei scheint das schwarze Dach auf dem silber lackiertem Karosserieteil zu schweben. Die geschlossene Frontmaske weist die EQS-Studie als klares Mitglied der EQ-Familie aus. Dieses Element, auf das in Zukunft alle rein elektrischen Mercedes-Modelle setzen, trägt bereits das Elektro-SUV EQC . Die Scheinwerfer mit zwei holografischen Linsen-Modulen sind in das 360-Grad-Außenlichtband integriert und ermöglichen eine nahezu unbegrenzte Anzahl an Darstellungsmöglichkeiten. Damit kann das Auto auch mit seiner Umwelt kommunizieren. Auch das Markenlogo erhält neue Aufgaben: 229 leuchtende Einzelsterne bilden das fugenlos integrierte Heckleuchtenband. Die Interaktion zwischen Fahrzeug und Umwelt bleibt beim EQS nicht nur auf die Leuchten beschränkt. Der digitale Frontgrill, der mit einer aus 188 Einzel-LEDs bestehenden Leuchtmatrix ausgestattet ist, kann ebenfalls Leuchtbotschaften von sich geben.

Innenraum

Innen wird der Vision EQS dem „S“ im Namen voll und ganz gerecht. Das Interieur wirkt wie eine Luxus-Lounge. Das Cockpit umfließt die Insassen fast wie ein Bootsdeck. Instrumententafel, Mittelkonsole und Armauflagen fügen sich harmonisch in das Gesamtbild ein. Die weiße Tapezierung namens Mikrofaser Dinamica wird aus recycelten PET-Flaschen hergestellt. Dazu kommt artifizielles Leder, dessen technische Oberfläche einem Nappaleder gleichkommen soll. Bei den Holzeinlagen kommt das heimische Riegelahorn zum Einsatz. Nachhaltigkeit spielt also auch im Interieur eine große Rolle. Der Mercedes-Stern am eckigen Lenkrad ist genauso in rosé-gold ausgeführt wie die Umrahmungen der Lüftungsdüsen und die Lautsprecherabdeckungen. Beim Vision EQS treibt Mercedes sein MBUX-Infotainmentsystem vorerst auf die Spitze. Digitale Inhalte können fast im gesamten Innenraum dargestellt werden. Als Anzeigefläche dienen organisch herauswachsende Displays und Projektionsflächen, aber auch das sogenannte Connected Light, das die Insassen räumlich umgibt. Hingucker ist der riesige Touchscreen, der nahezu die komplette Mittelkonsole einnimmt. 

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Antrieb

Der EQS bietet mit seinen Elektromotoren an Vorder- und Hinterachse und einer in den Fahrzeugboden integrierten Batterie ein ausbalanciertes Fahrzeugkonzept. Der elektrische Allradantrieb verfügt über eine achsvariable Momentenverteilung. Dank mehr als 350 kW Leistung und ansatzlos verfügbarem Drehmoment von ca. 760 Newtonmeter beschleunigt die über fünf Meter lange und über zwei Tonnen schwere Studie in unter 4,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Noch beeindruckender klingt die Reichweite. Mercedes verspricht bis zu 700 km nach WLTP. Dabei lädt der Vision EQS bei einer angenommenen Ladeleistung von 350 kW die 100 kWh Batterie auf 80 Prozent in weniger als 20 Minuten nach.

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Nicht rein autonom

Für rein autonomes Fahren ist die Studie übrigens nicht konzipiert. Damit möchte Mercedes ein Statement für das Fortbestehen von Selbstfahrer-Fahrzeugen setzen. Unterstützung für den Fahrer gibt es aber schon. Der Vision EQS bietet hochautomatisiertes Fahren des Levels 3, etwa bei langen Autobahnfahrten. Durch die Modularität der Sensorik kann das Autonomie-Level in Zukunft bis hin zum vollautomatisierten Fahren erweitert werden. Was jedoch wiederum ein Widerspruch zum Selbstfahrer-Bekenntnis ist.

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Fazit

Mit dem Vision EQS gibt Mercedes einen konkreten Ausblick auf sein künftiges Flaggschiff der EQ-Reihe. Dieses grenzt sich optisch stark von der klassischen S-Klasse ab. Damit dürften sich die beiden Luxus-Limousinen in Zukunft nicht in die Quere kommen. So hat der Hersteller für alle solventen Kunden ein passendes Fahrzeug im Programm.

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