Nur einmal 5 Sterne

Tucson, MX-5 und Karl im Crashtest

07.10.2015

Neue Modelle von  Hyundai, Mazda und Opel an die Wand gefahren.

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© EuroNCAP
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Wenige Wochen nach dem letzten EuroNCAP-Crashtest, bei dem gleich neun Modelle geschrottet wurden , haben der ÖAMTC und seine europäischen Partnerclubs erneut drei Newcomer am Automarkt im Dienste der Verkehrssicherheitgecrasht. Neben den beiden Asiaten Hyundai Tucson (Bild oben) und Mazda MX-5 wurde auch der Opel Karl gegen die Wand gefahren. Wie ÖAMTC-Cheftechniker Max Lang mitteilte, erreichte dieses Mal nur das Kompakt-SUV von Hyundai die Bestnote von 5 Sternen. Für Mazda und Opel reichte es „nur“ für vier Sterne. Alles in allem spricht die Bewertung dennoch für die hohe Sicherheitsqualität der neuen Modelle. Dennoch gibt es bei allen drei getesteten Fahrzeugen in Teilbereichen noch Luft nach oben.

Hyundai Tucson
Das SUV des südkoreanischen Autoherstellers bietet sowohl erwachsenen Fahrzeuginsassen als auch Kindern den besten Schutz in diesem Crashtest. "Lediglich beim simulierten Seitencrash gegen einen Baum oder Laternenmasten gibt es mittlere Verletzungsgefahr", erklärt der Lang. Eine Problemzone beim Hyundai Tucson ist – trotz aktiver Motorhaube, die bei einem Zusammenstoß im hinteren Bereich nach oben schnellt und somit eine zusätzliche Knautschzone schafft – die Fußgängersicherheit. Auffallend sind in diesem Punkt einmal mehr die A-Säulen an den Seiten der Windschutzscheibe sowie die Vorderkante der Motorhaube, die ein großes Verletzungsrisiko bergen.

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Mazda MX-5
Sämtliche Aufprall-Szenarien zeigen, dass prinzipiell auch im Roadster aus dem Hause Mazda Fahrer und Beifahrer relativ sicher unterwegs sind. "Eine Schwäche offenbart sich allerdings beim Fahrer-Airbag", resümiert der ÖAMTC-Experte. "Auf Grund von zu wenig Druck kann der Airbag eine Lenkradberührung durch Kopf oder Brust des Fahrers nicht gänzlich abfangen." In Sachen Fußgängersicherheit ist der Mazda in diesem Test allerdings das Maß aller Dinge. "Ähnlich wie beim Hyundai erkennen Sensoren, wenn ein Fußgänger getroffen wird und lösen ein System aus, das die Motorhaube ein Stück anhebt", erklärt der Lang. "Damit besteht bei einem Aufprall größerer Spielraum zu den harten Strukturen unterhalb der Haube. Hinzu kommt, dass es auch gelungen ist, klassische Schwachstellen wie die Vorderkante der Motorhaube, zu entschärfen."

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Opel Karl
Das schwächste Fahrzeug im jüngsten Crashtest, der Opel Karl, weist in einigen Bereichen Mängel auf. Vor allem die Schwächen bei der Insassensicherheit erwachsener Personen sind eklatant. "Ein Seitenaufprall gegen einen Baum oder Laternenmasten, hätte zweifelsohne schwerste Verletzungen im Brustbereich des Fahrers zur Folge", erläutert der Cheftechniker des heimischen Autofahrerclubs das Ergebnis des sogenannten Pfahltests. "Auch der Schutz der Halswirbelsäule bei einem Aufprall von hinten lässt sowohl auf den Vorder- als auch auf den Rücksitzen zu wünschen übrig." Beim simulierten Frontcrash mit voller Überdeckung wurden bei Fahrer und Beifahrer außerdem hohe Belastungen im Brust- und Beinbereich festgestellt. Neben diesen Schwächen bei der Insassensicherheit ist, wie leider häufig bei Kleinwagen, die serienmäßige Ausstattung mit Sicherheitsassistenten minimalistisch: Speed-Limiter, Spurhalteassistent und automatisches Notbremssystem sucht man vergeblich.

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