Jänner-Zahlen
Arbeitslosigkeit steigt weiter: 456.200 ohne Job
02.02.2026Die Arbeitslosigkeit in Österreich hat sich zum Jahresstart beschleunigt.
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Ende Jänner waren 456.192 Menschen arbeitslos oder in einer Schulung des Arbeitsmarktservice (AMS). Das waren um 2,4 Prozent oder 10.679 Menschen mehr als vor einem Jahr, wie das AMS und das Arbeitsministerium am Montag bekanntgaben. Im Dezember war die Arbeitslosigkeit im Jahresabstand um 2 Prozent gestiegen. Die Arbeitslosenquote liegt nun laut Vorabschätzwert bei 8,8 Prozent (plus 0,3 Prozentpunkte).
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Die endgültigen Zahlen zur unselbstständigen Beschäftigung liegen erst Mitte Februar vor, deshalb gibt es für die nationale Berechnung der Arbeitslosenquote vorerst nur diese Schätzung. Gemäß der Berechnung der EU-Statistikbehörde Eurostat, die aufgrund einer anderen Erhebungsweise traditionell unter dem heimischen Wert liegt, gibt es vorerst nur Zahlen für Dezember: Demnach hatte sich da die Arbeitslosenquote hierzulande um 0,4 Prozentpunkte auf 5,8 Prozent erhöht.
"Der Arbeitsmarkt steht weiterhin unter dem Eindruck der schwachen Konjunktur, zeigt aber zugleich erste Anzeichen einer Stabilisierung", teilte Arbeits- und Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ) mit. Österreich befinde sich "weiterhin in einer Phase wirtschaftlicher Stagnation". Der Zuwachs von rund 8.000 Beschäftigungsverhältnissen könne den Anstieg der Arbeitslosigkeit derzeit allerdings nicht vollständig ausgleichen, da das Arbeitskräfteangebot steige.
Über 76.421 Menschen in AMS-Schulungen
Von den fast 456.200 Menschen ohne Job im Jänner befanden sich 76.421 in Schulungen - das waren österreichweit um 3.346 Personen oder 4,2 Prozent weniger als vor einem Jahr. Rückläufig war die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer in den Bundesländern Wien (minus 11,7 Prozent), Salzburg (minus 4,6 Prozent) und Vorarlberg (minus 1,8 Prozent). Überall sonst gab es mehr Menschen in AMS-Schulungen - am stärksten war der Anstieg in Tirol (plus 5,8 Prozent) und Oberösterreich (plus 5,1 Prozent).
Die Zahl der offenen Stellen hat sich im Jahresabstand stark verringert - sofort verfügbar waren nur 68.463 (minus 10,5 Prozent), nicht sofort verfügbar 14.556 (minus 13,2 Prozent).
Deutlich weniger verfügbare Lehrstellen
Die sofort verfügbaren Lehrstellen sanken um 14,8 Prozent auf 5.963, die nicht sofort verfügbaren um 5,3 Prozent auf 11.601. Die Zahl jener, die eine sofort verfügbare Lehrstelle suchten, legte um 9,2 Prozent auf 9.493 Personen zu; 4.014 Menschen suchten eine nicht sofort verfügbare Lehrstelle (minus 5,3 Prozent).
"Mit kleinen und langsamen Schritten bewegt sich die österreichische Wirtschaft Richtung Erholung", hielt auch AMS-Vorständin Petra Draxl bei der Zahlenbekanntgabe fest. Wirtschaftsforscherinnen und -forscher rechneten für heuer mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von rund 1 Prozent. "Der Arbeitsmarkt spiegelt diese Entwicklung erst mit Verzögerung wider und hat die Talsohle noch nicht zur Gänze durchschritten", so die Einschätzung der AMS-Chefin.
Erste positive Vorzeichen seien jedenfalls die aktuellen Zahlen in der Industrie, in der der Zuwachs bei den Arbeitslosen lediglich 0,4 Prozent betragen habe, sowie der mit 0,6 Prozent geringe Anstieg unter Männern (267.630). Die Arbeitslosigkeit unter den Frauen legte hingegen um 5 Prozent auf 188.562 Personen zu.
Starkes Plus bei akademisch Gebildeten, Menschen mit Behinderung und Älteren
Besonders stark von zunehmender Arbeitslosigkeit betroffen waren den Angaben zufolge Personen mit akademischer Ausbildung (plus 12,7 Prozent) und Personen mit Behinderung (plus 12,6 Prozent) und Über-60-Jährige (plus 12,1 Prozent). Die wenigsten Arbeitslosen gab es bei Personen mit mittlerer Ausbildung (21.164 Menschen).
Der anhaltende Anstieg der Arbeitslosigkeit trifft laut Sozialministerium aber vor allem auch die Langzeitbeschäftigungslosen. Ende Jänner seien 101.536 Menschen seit mindestens einem Jahr beim AMS vorgemerkt gewesen - ein Anstieg von 12.569 Personen oder 14,1 Prozent.
Weniger Asylberechtigte arbeitslos
In absoluten Zahlen waren im Jänner 264.224 Inländerinnen und Inländer arbeitslos und 191.968 Ausländerinnen und Ausländer. Positiv sei die Entwicklung bei den Asylberechtigten "mit einem kontinuierlichen Rückgang der vorgemerkten Arbeitslosen und Schulungsteilnehmerinnen und -teilnehmer seit Mai 2025", strich Draxl hervor. Heuer im Jänner sei hier die Zahl gegenüber Jänner des Vorjahres um 9,8 Prozent gesunken.
Die meisten Arbeitslosen (173.546) gibt es naturgemäß in Wien - doch lag hier zumindest der Anstieg zu Jahresbeginn mit 1,3 Prozent unter dem österreichweiten Schnitt. Als erfreulich strich die AMS-Chefin hervor, dass der Anstieg der Arbeitslosigkeit neben dem bevölkerungsreichen Bundesland Wien auch in Oberösterreich mit einem Plus von 0,6 Prozent auf 59.945 Personen "deutlich geringer" als im Bundesschnitt ausfiel. Beim Zuwachs massiv darüber lagen hingegen Niederösterreich (plus 6,1 Prozent auf 69.073), Vorarlberg (plus 4,9 Prozent auf 14.415), das Burgenland (plus 4,3 auf 13.233) und die Steiermark (plus 3,6 auf 57.962).