Q1-Zahlen
AUA fliegt weitere 64,7 Mio. Miese ein
Die seit September 2009 der deutschen Lufthansa gehörende Austrian Airlines (AUA) hat im traditionell schwachen ersten Quartal 2010 operativ genauso viel Verlust eingeflogen wie im ersten Quartal 2009. Netto-Ergebniszahlen werden in den Zwischenberichten seit dem Verkauf an die Lufthansa und dem Abgang der AUA von der Börse nicht mehr bekannt gegeben.
Von Jänner bis März hat die AUA einen operativen Verlust von 64,7 Mio. Euro. Im ersten Quartal 2009 lag der operative Abgang bei 64 Mio. Euro.
Im jetzt laufenden 2. Quartal sollen sich aber die Effekte des harten Sanierungsprogramms "deutlich" in den Ergebniszahlen niederschlagen. Für das Gesamtjahr 2010 lautet das Ziel, einen positiven Cash Flow zu schaffen und den operativen Jahresverlust deutlich zu senken. Der Jahresumsatz soll "kräftig" belebt werden.
Für das 1. Quartal meldete die AUA operative Gesamterlöse von 448,4 (2009: 457 Mio. Euro). Die Passagierzahlen sind bis März um 7,3 % gestiegen.
Im Konzern läuft ein Sparprogramm, bis Ende 2010 soll die AUA dann nur mehr 6.000 Leute beschäftigen. Mit der Lufthansa werden Synergien gehoben. Aktuell werden die Vertriebseinheiten mit der Mutter zusammengelegt.
AUA prüft mit Lufthansa Schadenersatz wegen Flugverbots
Die AUA-Vorstände Andreas Bierwirth und Peter Malanik haben auch bekräftigt, 2010 trotz der Belastungen aus dem im April verhängten Flugverbot wegen der Island-Vulkanasche einen positiven Cash Flow abliefern zu wollen. 2010 wird aber noch ein Verlustjahr sein. Eine staatliche Kompensation für Verluste aus dem tagelangen Flugverbot vom April lässt die Gruppe nicht aus den Augen.
Allerdings müsste sie nach europaweit einheitlichem Rahmen und Kriterien erfolgen. Verhindert werden sollte nach Meinung der Austrian Airlines auf jeden Fall, dass in Europa einige Gesellschaften Schadenersatz kriegen und andere nicht: "Es wäre schlecht, wenn Schadenersatzregelungen in jedem Land anders ausgelegt würden."
Die AUA legt zudem Wert darauf, Schadenersatz von staatlichen Beihilfen zu unterscheiden. Um Staatsbeihilfen würden sich AUA und Lufthansa wegen der Vulkanasche-Belastungen nicht anstellen, wird versichert. "Wenn uns aber Schaden entstanden ist durch Entscheidungen, die nicht gerechtfertigt waren, werden wir uns mit der Lufthansa-Gruppe und anderen europäischen Fluggesellschaften anschauen, ob wir was fordern können," so Malanik. Weil die EU selber ja keine eigenen Mittel dafür habe, würde Geld freilich von den Staaten kommen.
Nach den Terroranschlägen in den USA im September 2001 hatte die AUA nach dem österreichischen Luftfahrt-Entschädigungsgesetz vom Staat 3,4 Mio. Euro erhalten. Das Geld floss damals 2003.
"Das war auch damals Schadenersatz", sagte Malanik. "Das Gesetz zu 9/11 passt heute leider nicht ganz auf die derzeitige Situation." Die Vulkanasche-Krise war zwar ein kurzfristiges Einzelereignis, wegen des totalen Flugstopps zugleich aber der "größte Impact aller Krisen, die wir hatten", so Bierwirth.
Europas Verkehrsminister haben erst gestern getagt, sind dabei laut AUA zum Thema Vulkanasche-Schadenersatz für die Flugbranche aber relativ vage geblieben. "Wie nicht anders zu erwarten war", wie Malanik hinzufügte. Die EU werde noch daran arbeiten müssen. Dies werde schon noch ein paar Monate dauern.
Welcher Verlust der AUA aus dem mehrtägigen Flugverbot heuer im April erwuchs (die Normalisierung ist noch im Gange), bezifferte der Vorstand heute nicht. Die Konzernmutter Lufthansa bezifferte ihren Schaden bisher mit rund 200 Mio. Euro. Dass daraus ein zweistelliger Millionenschaden für die AUA ableitbar ist, wollte der AUA-Vorstand nicht kommentieren.