Millionen-Pleite
Beliebter TV-Sender muss Betrieb einstellen
Das TV-Programm von Channel 21 wird am Sonntag eingestellt. Nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens durch das Amtsgericht Hannover ist der Versuch, den Sender zu retten, endgültig gescheitert. Der Kanal, der einst als Nachfolger des RTL Shops startete, verschwindet damit für immer von den Bildschirmen. Das Unternehmen hat den harten Schritt am Mittwoch öffentlich gemacht.
Als Grund für den Ruin nennt das Unternehmen in einer offiziellen Erklärung „Veränderungen des Konsumverhaltens und ein hoher Wettbewerbsdruck, der die gesamte Branche betrifft“. Noch im März gab sich die Führung gegenüber dem Branchenmagazin DWDL optimistisch und betonte: „Wir sind überzeugt, dass wir im Rahmen des Verfahrens die notwendigen Schritte einleiten können, um Channel 21 zukunftsfähig aufzustellen“.
Keine Rettung trotz kreativer Videos
Doch die Hoffnung hielt nicht lange. Alle Versuche, frisches Geld oder einen Investor aufzutreiben, liefen ins Leere. Sogar mit einem selbstironischen Video auf der Plattform LinkedIn hatte das Unternehmen versucht, potenzielle Geldgeber anzulocken. Am Ende brachte das alles nichts. Die Insolvenzverwalterin Stefanie Zulauf, die das Verfahren der Channel 21 GmbH begleitete, konnte in der Kürze der Zeit keine Lösung finden. Laut dem Sender konnte „trotz intensivster Bemühungen, den Geschäftsbetrieb langfristig zu sichern und wirtschaftliche Perspektiven zu schaffen, in der Kürze der Zeit keine tragfähige Fortführungslösung realisiert werden“.
Enorme Verluste vor dem Aus
Der Sender blickt auf eine turbulente Geschichte zurück, die eng mit dem Jahr 2001 und dem damals gestarteten RTL Shop verknüpft ist. Dieser machte von Beginn an Verluste, wurde an einen Investor verkauft und in Channel 21 umbenannt. Für die rund 166 Mitarbeiter bedeutet das jetzige Ende den Verlust ihres Arbeitsplatzes. Die Pleite zeichnete sich schon länger ab: Im Jahr 2024 machte der Sender bei einem Umsatz von 54 Millionen Euro einen dicken Verlust von 4,3 Millionen Euro. Das zeigt, wie heftig die finanzielle Schieflage in der Branche ist, denn auch der bekannte Konkurrent QVC meldete bereits Insolvenz an, wobei dort der Betrieb und die Bestellungen über den Online-Marktplatz vorerst normal weiterlaufen.
Unklare Lage für die Kunden
Für die Kunden des Senders bleibt die Situation im Moment unübersichtlich. Channel 21 hat bisher noch keine genauen Angaben darüber gemacht, was mit bereits bezahlten Bestellungen, offenen Lieferungen oder laufenden Ratenzahlungen passiert. Kunden sollten alle Belege gut aufheben und sich bei offenen Fragen direkt an das Amtsgericht Hannover oder die Insolvenzverwalterin wenden.