160 Jobs betroffen
Firma Gradwohl in Melk erneut insolvent
29.05.2026140 Gläubiger und 2,6 Mio. Euro Verbindlichkeiten
Melk. Die Ing. H. Gradwohl GmbH in Melk ist erneut insolvent. Am Freitag wurde ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung am Landesgericht St. Pölten eröffnet. Betroffen sind einer Aussendung zufolge 160 Beschäftigte und 140 Gläubiger. Bis zu 40 Arbeitsplätze bei der Druck- und Kunststofffirma "stehen aktuell auf dem Prüfstand", hieß es. Die Verbindlichkeiten betragen rund 2,6 Mio. Euro, dem stehen liquide Mittel von circa 490.000 Euro gegenüber. Eine Fortführung ist geplant.
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Das Unternehmen wurde 1980 gegründet und verfügt über zwei Standorte in Melk und ein Werk in Wimpassing an der Pielach (Bezirk St. Pölten). Bereits 2022 wurde am Landesgericht St. Pölten ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet, das 2023 beendet wurde. Die Teilbereiche Metallbau, Automotive und Offset-Druck wurden geschlossen. Nach einer anfangs positiven Entwicklung verzeichnete der Betrieb im Vorjahr eine rückläufige Nachfrage "bei gleichzeitig massiv steigenden Kosten", hieß es: "Auch die starken Lohn- und Gehaltserhöhungen der vergangenen Jahre belasteten das Unternehmen erheblich." Eine zur weiteren Stabilisierung notwendige Finanzierungsrunde habe bisher nicht umgesetzt werden können. Ein Liquiditätsengpass war die Folge.
Situation "äußerst angespannt"
Ziel ist die Fortführung und wirtschaftliche Stabilisierung des Betriebs. "Die Situation am Markt und damit auch für Gradwohl ist äußerst angespannt. Ohne rasche und konsequente Maßnahmen wird eine Fortführung im gegebenen Umfeld schwierig werden", sagte Schuldnervertreter David Leisch. Derzeit werden sämtliche Einsparungspotenziale geprüft. "Trotz der schwierigen Lage läuft der Betrieb weiter und es können alle offenen Kundenaufträge erfüllt werden", wurde in der Aussendung mitgeteilt. Gläubigern wird laut AKV Europa und KSV1870 eine Quote von 20 Prozent, zahlbar innerhalb von zwei Jahren, angeboten.
Zum Insolvenzverwalter wurde der St. Pöltner Rechtsanwalt Markus Mayer bestellt. Forderungen können bis zum 7. Juli angemeldet werden. Die Gläubigerversammlung, Berichts- und Prüfungstagsatzung findet am 21. Juli statt, über den Sanierungsplan wird am 1. September abgestimmt.