Brisanter Konkursantrag

Krimi um NIKI-Verkauf spitzt sich zu

20.09.2017

Schon am Donnerstag soll intern die Entscheidung zur Air-Berlin-Übernahme fallen.

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© TZ Oesterreich Kernmayer Johanne
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In den Poker um den Verkauf von NIKI kommt jetzt neue Brisanz. Am Donnerstag tagt der Gläubigerausschuss der insolventen NIKI-Mutter Air Berlin. Dort soll dem Vernehmen nach entschieden werden, dass die Lufthansa große Teile von Air Berlin, wahrscheinlich inklusive NIKI, übernimmt – der deutsche Kranich gilt ja als Favorit für den Deal.

Konkursantrag vor allem wegen Überschuldung

Kurz vor der Entscheidung spitzt sich die Lage zu. Denn wie jetzt bekannt wurde, hat ein Reiseveranstalter einen Antrag auf Konkurseröffnung  auch gegen NIKI eingebracht – wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung. Bisher war NIKI ja, anders als seine Mutter, nicht in Insolvenz.

NIKI dementiert Gläubiger-Forderung: "Geld überwiesen"

Das Gericht in Klosterneuburg prüft nun die Eröffnung eines Konkursverfahrens. Kommt es dazu, könnte der geplante deal platzen. Nach eigenen Angaben hat NIKI dem Gläubiger die pffene Forderung aber inzwischen überwiesen. "Wir haben den Vorgang geprüft und die Forderung ist beglichen worden. Wir gehen davon aus, dass sich das Verfahren damit erledigt hat", sagte eine Sprecherin der Airline am Mittwoch.

Lufthansa sucht schon Personal für Zeit nach dem Deal

Fakt ist aber: Die Sache eilt. Die Lufthansa hat bereits die Weichen für die Umsetzung des Deals gestellt. Sie will für ihre Billigflugtochter Eurowings bis zu 90 der 144 Air-Berlin-Jets übernehmen und wirbt schon um neues Personal – 600 Stellen für neue Crewmitglieder wurden ausgeschrieben. Und soeben haben sich Eurowings und die Gewerkschaft Verdi auf einen Tarifvertrag „Wachstum“ geeinigt; mit der zweiten Gewerkschaft UFO war das bereits vor einer Woche geschehen. Das ermöglicht Eurowings, kurzfristig neues Kabinenpersonal einzustellen …  

Mehrere Interessenten im Rennen, auch Niki Lauda

Im Rennen um NIKI ist, wie berichtet, unter anderem auch ihr Gründer Niki Lauda, der gemeinsam mit dem Reisekonzern Thomas Cook und dem Ferienflieger Condor 100 Millionen Euro bietet. Auch die British-Airways- und Iberia-Mutter IAG will laut Insidern mitmischen. Easyjet interessiert sich für die Kurzstrecken. Bieter sind auch die Unternehmer Utz Claassen und Hans Rudolf Wöhrl sowie der Berliner Logistiker Zeitfracht. Interessiert ist auch der Chinese Jonathan Pang

Die Würfel für den Zuschlag (wohl in wesentlichen Teilen für die Lufthansa) dürften zwar schon am 21. September fallen. Formal entscheidet der Aufsichtsrat aber am kommenden Montag (25. September) - also einen Tag  nach der deutschen Bundestagswahl - über den Verkauf.

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