Weißmann-Eklat

Thurnher wendet sich mit Video-Botschaft an ORF-Mitarbeiter

27.03.2026

Mit einer persönlichen Videobotschaft reagiert ORF-Interimschefin Ingrid Thurnher auf die schwere Krise im Rundfunk. Ein externer Beirat soll nun die jüngsten Vorfälle um den ehemaligen Generaldirektor Roland Weißmann lückenlos und weisungsfrei aufklären. 

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Die Stimmung am Küniglberg ist nach den Vorwürfen gegen den zurückgetretenen Generaldirektor Roland Weißmann angespannt. Die Belegschaft fühlt sich verunsichert und ratlos, weshalb Thurnher nun den direkten Weg via Selfie-Video wählte.

Direkte Worte an Mitarbeiter

In ihrer Botschaft erklärt Thurnher, dass das Format bewusst neu und direkt gehalten sei: „Ich möchte künftig mit euch immer zuerst kommunizieren, bevor irgendwas nach außen geht.“ Sie möchte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Antworten auf die vielen Nachfragen aus deren Umfeld liefern. Die interimistische Chefin macht dabei keinen Hehl aus ihrer eigenen Gemütslage: „Mir tut das auch persönlich unglaublich weh, welches Bild da von uns ORF-lern entstanden ist“, stellte sie klar.

Einsetzung eines Experten-Gremiums

Zentrale Maßnahme zur Stabilisierung des Hauses ist die Einsetzung eines externen Transparenz-Beirats. Unter dem Vorsitz einer Rechtsanwältin soll eine „weisungsfreie, schonungslose Durchleuchtung“ der Vorfälle erfolgen. Dem Gremium gehören Fachleute aus den Bereichen Recht, Governance und Compliance an, um Fehlverhalten aufzudecken und notwendige Konsequenzen sowie gesetzliche Anpassungen zu empfehlen.

Investition in das Vertrauen

Thurnher unterstreicht im Video die Dringlichkeit der Maßnahmen:

„Wann, wenn nicht jetzt, ist es wichtig, in eines unserer wichtigsten Assets zu investieren, nämlich ins Vertrauen – in unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und in unser Publikum.“ Ziel ist es, die internen Strukturen langfristig zu verbessern und das Ansehen des ORF in der Öffentlichkeit wiederherzustellen.

 

Reformen nach Causa Weißmann

Die Krise folgt auf schwere Vorwürfe gegen Roland Weißmann, der Anschuldigungen sexueller Belästigung bestreitet.Thurnher schließt ihren Appell an die Belegschaft mit der Hoffnung, die Krise gemeinsam zu meistern.