Mit 1. Mai

Öl-Schock: Vereinigte Arabische Emiraten wollen aus Opec aussteigen

28.04.2026

  Der nächste-Öl-Schock kündigt sich an. Die Vereinigten Arabischen Emirate haben laut Staatsmedien ihren Austritt aus dem Öl-Kartell Opec und Opec+ mit 1. Mai bekannt gegeben. 

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Hintergrund der Entscheidung sind offenbar tiefe Risse innerhalb der arabischen Welt. Die Emirate warfen anderen arabischen Staaten vor, sie während der jüngsten militärischen Auseinandersetzungen mit dem Iran nicht ausreichend geschützt zu haben. Anwar Gargasch, Berater des Präsidenten, sprach von einem „historischen Tiefpunkt“ der politischen und militärischen Zusammenarbeit im Golf-Kooperationsrat. 

Für die De-facto-Anführer der Opec, allen voran Saudi-Arabien, ist dieser Abgang ein schwerer Schlag. Die Organisation, die stets um ein geschlossenes Auftreten bemüht war, verliert damit ein strategisch entscheidendes Mitglied. Inmitten des weltweiten Energieschocks durch den Iran-Krieg sorgt diese Instabilität für massive Verunsicherung an den internationalen Börsen. 

Der überraschende Verlust des langjährigen Mitglieds droht die OPEC zu schwächen, die trotz interner Meinungsverschiedenheiten über Geopolitik oder Förderquoten meist um ein geschlossenes Auftreten bemüht war. Für US-Präsident Donald Trump ist der Austritt der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) dagegen ein großer Erfolg. Er hatte der Organisation vorgeworfen, den Rest der Welt durch künstlich überhöhte Ölpreise "auszunehmen". Trump hatte zudem die militärische Unterstützung der USA für die Golfstaaten mit den Ölpreisen verknüpft: Während die USA die OPEC-Mitglieder verteidigten, nutzten diese die Situation durch hohe Preise aus.

Schwere Vorwürfe gegen andere arabische Staaten

Dem Austritt war scharfe Kritik der VAE an anderen arabischen Staaten vorausgegangen. Das Land, das als regionales Wirtschaftszentrum und einer der wichtigsten Verbündeten Washingtons gilt, warf seinen Nachbarn vor, es während des Krieges nicht ausreichend vor den zahlreichen iranischen Angriffen geschützt zu haben.

Anwar Gargasch, diplomatischer Berater des Präsidenten der VAE, hatte am Montag auf dem "Gulf Influencers Forum" - einem Treffen regionaler Entscheidungsträger - das Vorgehen der arabischen Staaten und der Golfregion bemängelt. Die Länder des Golf-Kooperationsrates (GCC) hätten einander zwar logistisch unterstützt, politisch und militärisch sei ihre Position jedoch "auf einem historischen Tiefpunkt" gewesen, sagte Gargasch. "Von der Arabischen Liga habe ich diese schwache Haltung erwartet und bin daher nicht überrascht, aber vom Kooperationsrat hätte ich sie nicht erwartet und bin darüber verwundert."

Die OPEC-Produzenten am Golf haben wegen iranischer Drohungen und Angriffe auf Schiffe ohnehin bereits Schwierigkeiten, ihre Exporte durch die Straße von Hormuz zu transportieren. Durch die schmale Meerenge zwischen dem Iran und dem Oman wird normalerweise ein Fünftel des weltweit gehandelten Rohöls und Flüssiggases verschifft. 

Mini-Sieg für Trump

Für US-Präsident Donald Trump (79) stellt der Austritt hingegen einen diplomatischen Erfolg dar. Er hatte die Opec wiederholt beschuldigt, die Weltwirtschaft durch künstlich hochgehaltene Preise „auszunehmen“.  

Neben den Emiraten zählen auch der Iran, Irak, Algerien, Äquatorialguinea, Gabun, Kongo, Kuwait, Libyen, Nigeria, Venezuela und Saudi-Arabien zu den Mitgliedern. Das Ziel ist die Koordination der Erdölpolitik, um stabile Preise zu sichern. Der Sitz der OPEC ist in Wien.

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