Krise in Nahost

Krieg im Iran: Öl- und Gaspreis schießen in die Höhe, Börsen stürzen ab

02.03.2026

Die US-Angriffe auf den Iran sorgen aktuell für ein heftiges Beben an den weltweiten Finanzmärkten. Während die Aktienkurse rapide sinken, schießen die Preise für Gold und Öl massiv in die Höhe. 

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In der Nacht auf Montag stiegen die Notierungen für Brent-Öl aus der Nordsee und Rohöl aus den USA in den ersten Handelsminuten um jeweils mehr als zehn Prozent. Dabei erreichte die Nordseesorte Brent-Öl in der Spitze bei 82,37 US-Dollar (69,78 Euro) je Barrel (159 Liter) den höchsten Stand seit Juli 2024.

Die Sorte West Texas Intermediate (WTI) kam mit 75,33 Dollar auf den höchsten Stand seit Juni 2025. Zuletzt lag der Preis je Barrel der Sorte Brent zur Lieferung im April nur noch um gut 5 Dollar oder etwa 7,5 Prozent höher bei 78,05 Dollar. Der Preis für WTI legte um mehr als 4 Dollar auf 71,52 Dollar zu.

Gaspreis steigt stark

Der Preis für Erdgas ist nach dem Angriff Israels und der USA auf den Iran ebenfalls kräftig gestiegen. Zum Handelsauftakt am Montag sprang die Notierung für den richtungweisenden Terminkontrakt TTF zur Auslieferung in einem Monat an der Börse in Amsterdam bis auf 39,85 Euro je Megawattstunde (MWh). Das sind etwa 25 Prozent mehr als am Freitag und der stärkste Preissprung seit August 2023.

Straße von Hormuz wichtigste Meerenge für Öltransporte

Am Wochenende hatten Israel und die USA den Iran angegriffen und dabei unter anderem das Staatsoberhaupt und den Religionsführer des Landes, Ayatollah Ali Khamenei, getötet. Der Iran reagierte mit Gegenangriffen und schränkte außerdem den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormuz ein, eine der wichtigsten Engstellen des weltweiten Energiehandels.

Rund ein Fünftel der globalen Öltransporte passiert täglich die Meerenge in der ölreichen Region am Persischen Golf. Jede Störung kann die Energiepreise steigen lassen und die internationalen Märkte verunsichern. Die Staaten des Ölverbunds OPEC+, in dem neben Staaten der OPEC auch andere wichtige Förderstaaten wie Russland organisiert sind, hatten am Sonntag auf einem planmäßigen Treffen beschlossen, die Tagesproduktion zu erhöhen, um Engpässe und zu starke Preisanstiege zu verhindern.

Insgesamt will die OPEC+ die Tagesproduktion um 206.000 Barrel steigern, wie der Verbund nach einer Online-Sitzung mitteilte. Den jüngsten Krieg im Nahen und Mittleren Osten erwähnte die Gruppe jedoch mit keinem Wort. Stattdessen wurde die Produktionserhöhung mit dem stabilen Ausblick für die globale Wirtschaftsentwicklung und niedrigen Ölvorräten erklärt.

Experte: Rohölpreis könnte bis 100 Dollar pro Barrel steigen

Nach Einschätzung von Analysten der Deutschen Bank werden das Ausmaß und das Tempo der Eskalation der Lage im Nahen Osten in den kommenden Tagen von einer Vielzahl von Faktoren bestimmt. Unter anderem könnten die höheren Ölpreise "eine Deeskalationsdynamik auslösen".

Der Chefvolkswirt der Commerzbank, Jörg Krämer, geht davon aus, dass der Preis für Brent-Öl aus der Nordsee im Fall einer längeren Schließung der Straße von Hormuz weiter in Richtung der Marke von 100 Dollar steigen könnte. "Bliebe der Ölpreis mehrere Monate so hoch, würde das die Inflation im Euroraum rechnerisch um mehr als einen Prozentpunkt erhöhen und das Wirtschaftswachstum um einige zehntel Prozentpunkte senken", sagte Krämer.  

Börsen krachen: ATX, DAX und Co. tiefrot

Während der Ölpreis in die Höhe schießt, geht es an den Börsen nach unten:  Die Wiener Börse hat den Handel am Montag nach der Eskalation im Nahen Osten mit deutlichen Verlusten aufgenommen. Im Frühhandel notierte der heimische Leitindex ATX mit minus 2,11 Prozent bei 5.581,40 Punkten. Der ATX Prime gab um 2,21 Prozent auf 2.777,30 Zähler nach. An den europäischen Leitbörsen ging es ebenfalls mit den Aktienkursen bergab.

Die europäischen Börsen haben am Montag mit deutlichen Abgaben eröffnet. Der Euro-Stoxx-50 verlor rund eine Stunde nach dem Handelsstart 2,34 Prozent auf 5.994,93 Punkte. In Frankfurt notierte der DAX um 2,02 Prozent tiefer bei 24.772,68 Zähler. Außerhalb der Eurozone fiel der FTSE-100 um 1,02 Prozent auf 10.799,69 Einheiten.