Ein Antreten des Irans bei der WM im Sommer wird immer unwahrscheinlicher.
Nach dem Beschuss durch Israel und den WM-Co-Gastgeber USA hat sich der iranische Fußballpräsident zum Turnier in den Vereinigten Staaten, Mexiko und Kanada geäußert. "Sicher ist, dass nach diesem Angriff nicht zu erwarten ist, dass wir hoffnungsvoll auf die WM blicken", sagte Mehdi Taj. Die Situation werde sicherlich auch in den sportlichen Betrachtungen ein Thema sein und erfordere eine Entscheidung. "Das US-Regime hat unser Heimatland angegriffen, und das ist ein Vorfall, der nicht unbeantwortet bleiben wird", betonte Taj weiter. Die Aussichten seien daher derzeit eher trübe.
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FIFA will Situation "beobachten"
Donald Trumps WM-Beauftragter, Andrew Giuliani, schrieb auf der Plattform X: "Morgen kümmern wir uns um Fußballspiele, heute feiern wir die Chance auf Freiheit."
Der Fußball-Weltverband werde die Situation "beobachten", hatte FIFA-Generalsekretär Mattias Grafström am Samstag in Wales gesagt. Die oberste Priorität bleibe ein sicherer Ablauf der Weltmeisterschaft, bei der alle qualifizierten Mannschaften auch teilnehmen können.
Wer nachrücken könnte
Insider glauben unterdessen nicht, dass der Iran an der WM in Nordamerika teilnehmen wird. Im Falle eines Rückzugs oder eines Ausschlusses, rückt laut FIFA-Regeln ein Land aus dem jeweiligen Verband nach. Im Falle des Irans wäre dies der Irak, der allerdings auch noch im interkontinentalen Play-off spielt. Sollte sich der Irak Ende März qualifizieren, dann könnten die Vereinigten Arabischen Emirate nachrücken.
Der Iran soll bei der Fußball-WM vom 11. Juni bis 19. Juli in den USA in einer Gruppe mit Belgien, Neuseeland und Ägypten spielen. Die Auslosung der WM-Vorrunden-Gruppen im Dezember in Washington hatte der Iran boykottiert, da die US-Regierung drei Funktionären, darunter dem Verbandspräsidenten Taj, Einreisevisa verweigert haben soll.