Gericht stoppt Vergabe

Amazon-Erfolg in Streit um Pentagon-Auftrag

14.02.2020

Richterin legt Vertrag mit Microsoft auf Eis - Onlineriese beschuldigt Trump der Einmischung.

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© APA/AFP/MARK RALSTON / Amazon
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Im Streit um die Vergabe eines milliardenschweren Auftrags  des US-Verteidigungsministeriums hat der Onlineriese Amazon einen juristischen Erfolg erzielt. Eine Bundesrichterin ordnete nun an, den an den Softwarekonzern Microsoft vergebenen Auftrag  vorübergehend auf Eis zu legen. Amazon wirft US-Präsident Donald Trump vor, sich unrechtmäßig in den Vergabeprozess eingemischt zu haben.

"Wir sind enttäuscht von der heutigen Entscheidung und denken, dass die Aktionen in diesem Rechtsstreit die Modernisierungsstrategie des Verteidigungsministeriums unnötig verzögern", teilte ein Sprecher des Ministeriums mit. Dem Militär blieben dadurch "dringend benötigte" Ressourcen vorenthalten. Das Pentagon sei jedoch zuversichtlich, sich mit der Vergabe des Auftrags an Microsoft letztlich durchzusetzen.

>>>Nachlesen: Amazon wirft Trump Amtsmissbrauch vor

Aufbau eines Cloud-Systems

Bei dem Streit geht es um das sogenannte Jedi-Projekt zum Aufbau eines Cloud-Systems, mit dem Informationen aller Zweige der Streitkräfte in einem System unter Einsatz künstlicher Intelligenz ausgetauscht werden sollen. Der 10 Milliarden Dollar (9,2 Mrd. Euro) schwere Auftrag mit einer Laufzeit von zehn Jahren war im vergangenen Oktober überraschend an Microsoft gegangen, obwohl Amazon als Favorit gegolten hatte. Amazons Web-Plattform AWS ist im lukrativen Cloud-Geschäft mit IT-Diensten und Speicherplatz im Internet klarer Marktführer .

Amazon wirft Trump vor, sich unrechtmäßig in den Vergabeprozess eingemischt zu haben. Inzwischen will der Onlineriese, der bei Cloud-Angeboten weltweit führend ist, den Präsidenten und andere Regierungsvertreter zu einer Zeugenaussage zwingen.

>>>Nachlesen: Pentagon-Auftrag: Microsoft sticht Amazon aus

Bezos versus Trump

Trump attackiert immer wieder Amazon-Chef Jeff Bezos. Der reichste Mann der Welt ist auch Besitzer der Zeitung "Washington Post", die häufig kritisch über den Präsidenten berichtet.

Amazon argumentiert, die Vergabe des Vertrags sei das "Ergebnis unangemessenen Drucks" von Trump gewesen, der seinem "politischen Feind" Bezos habe schaden wollen. Der Technologiekonzern fordert wegen "unverkennbarer Befangenheit" ein neues Vergabeverfahren. Das US-Verteidigungsministerium hat die Vorwürfe zurückgewiesen.

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