Griechenland: EU wird uns an Kreditmärkten helfen
Das hochverschuldete Land verlässt sich in seinem Kampf um niedrigere Kreditkosten auf die EU. In der Gemeinschaft werde derzeit über eine Intervention an den Märkten diskutiert, wenn die Spekulationen gegen sein Land anhielten, sagte der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou in Washington.
Wer auf einen Staatsbankrott Griechenlands wette, müsse das Gefühl bekommen, Geld zu verlieren. Papandreous sozialistische Regierung steht auch innenpolitisch unter wachsendem Druck. Heute führen die Gewerkschaften einen Generalstreik durch.
Das Ausmaß des Ausstands dürfte Auskunft darüber geben, ob der Ministerpräsident seine internationalen Zusagen einhalten und den Haushalt so zügig wie angekündigt wieder in Ordnung bringen kann. Papandreou bekräftigte, dass seine Regierung ihre Hausaufgaben machen werde. "Wir wollen sicherstellen, dass unsere Maßnahmen eine möglichst positive Wirkung haben und es keine Kräfte gibt, die gegen uns arbeiten", betonte der Regierungschef. Er werde nicht versuchen, für die Haushaltslöcher des Euro-Landes die Spekulanten verantwortlich zu machen.
Hohe Risikoaufschläge
Die Sorgen um einen Zahlungsausfall bei griechischen Staatsanleihen haben an den Finanzmärkten zu satten Risikoaufschlägen geführt. Die "Beharrlichkeit von sehr hohen Renditen" bei Staatspapieren werde deshalb wahrscheinlich zu höheren Zinszahlungen für Schulden führen als im Haushalt für 2010 vorgesehen, hieß es in einem Bericht der Regierung an die EU, den Griechenland zur Kontrolle seines Schuldenabbaus nun regelmäßig vorlegen muss.
Griechenland hatte zuletzt offen gelassen, wann es das nächste Mal den Kapitalmarkt anzapfen will, um eine neue Anleihe zu platzieren. Der Mittelmeerstaat hat vergangene Woche über ein zehnjähriges Papier 5 Mrd. Euro eingenommen. Bis Ende Mai muss er ungefähr 20 Mrd. Euro Schulden umfinanzieren.
Die Regierung berichtete nach Brüssel Fortschritte beim Sparkurs, warnte aber vor einer schwachen Konjunkturentwicklung. Bisher werde das von der EU geforderte Sparprogramm schneller als erwartet und ohne Abstriche umgesetzt, schrieb die Regierung in dem Bericht. Das makroökonomische Umfeld habe sich zuletzt aber verschlechtert.
Die geplanten Gehaltskürzungen belasteten die Konsumausgaben der Bürger. Das Bruttoinlandsprodukt wird demnach in diesem Jahr um mehr als 0,3 % schrumpfen. Impulse verspricht sich die Regierung vor allem durch den Export.