Taskforce plant den "Tag X"

Das Wochenende der Entscheidung

27.03.2020

Prämisse: Zuwachsrate muss vor Ostern einstellig werden, dann ist Lockerung in Sicht.

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© APA/HELMUT FOHRINGER
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Wien. Österreich befindet sich seit 13 Tagen im Stillstand. Hunderttausende Geschäfte, alle Schulen, Kindergärten und Lokale sind geschlossen. Dem Handel entgehen täglich 140 Millionen Euro, die Arbeitslosenzahlen explodieren, Hunderttausende Österreicher sind in Kurzarbeit.

Der Handlungsbedarf in Bezug auf eine rasche Lockerung, natürlich in Abwägung der indizierten Maßnahmen zur Virusbekämpfung, ist gewaltig. Mit der Vorstellung, der Shutdown könnte abrupt in Bälde beendet werden, räumte Bundeskanzler Sebastian Kurz gestern unmissverständlich auf: Man solle nicht auf Beschwichtigungsversuche hereinfallen, die Lage ist und bleibe ernst.

Auch Gesundheitsminister Anschober sagte klar: „Wir sind weit von unseren Zielen entfernt.“ Österreich müsse vor Ostern in den einstelligen Wachstumsbereich kommen. Derzeit liegen wir bei 16 Prozent.

Trotzdem: Dieses Wochenende will die Regierung sämtliche validen Daten über die Wirksamkeit der Maßnahmen heranziehen, um einen ersten Fahrplan zur Normalisierung zu erstellen. ÖSTERREICH recherchierte, was geplant ist:

  • Geschäfte. Im ersten Schritt könnten nach Ostern ausgewählte Geschäfte, wie etwa Baumärkte, wieder öffnen. Anfang Mai dann alle weiteren Branchen.
  • Berufsleben. Zudem könnte von Homeoffice wieder verstärkt auf Büroalltag umgestellt werden – allerdings nur, wenn die Anzahl der Neuinfektionen konstant unter zehn Prozent liegt.
  • Lokale. Die Gastronomie dürfte auch nach Ostern noch länger geschlossen bleiben. Erst Anfang Mai könnte die Sperre dann gelockert werden.
  • Bildung. Unis sollen das ­ganze restliche Semester geschlossen bleiben, Schulen bis September.

Anschober: ›Infektionsraten sind Silberstreif am Horizont‹

Gesundheitsminister Rudolf Anschober rechnet mit Höhepunkt Mitte April bis Mitte Mai.

Wien. Die Wachstumsrate unter 20 Prozent bezeichnet Gesundheitsminister Rudolf Anschober als Zeichen, dass die Maßnahmen zu wirken beginnen. Das sei ein Silberstreif, für ein dezidiert „positives Signal sei es aber noch „viel, viel, viel zu früh“. Den Zenit der Infektionsfälle erwartet Anschober „zwischen Mitte April und Mitte Mai“. Je später dieser Höhepunkt stattfinde, desto kleiner werde er sein und die Maßnahmen wären damit erfolgreich, so der Gesundheitsminister in einer Pressekonferenz gestern Vormittag.

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