Spitals-Alarm:

In diesen Bundesländern sind Intensivstationen schon voll

© Symbolbild/Getty Images
In drei Bundesländern steige die Triage-Gefahr, so Anschober. Ärzte schlagen Alarm.
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Wien. Die Covid-Intensivkapazitäten im AKH und anderen Wiener Spitälern sind bereits „voll ausgelastet“. Um zusätzlich Platz zu schaffen, müssen die öffentlichen Wiener Spitäler erneut alle „planbaren und nicht dringenden Operationen“ verlagern oder verschieben. Denn, die „freien“ Betten, die die AGES angibt, sind eben Bettern, die andere Patienten bräuchten, erklärt der anerkannte AKH-Intensivmediziner Thomas Staudinger ÖSTERREICH.

In Wien, Burgenland und Niederösterreich, betont nun auch Gesundheitsminister Rudolf Anschober, sei die Situation sehr ernst. Konkret warnt er vor einer „Triage-Geafhr“. Aus Wien und Niederösterreich wurden bereits Patienten nach Westösterreich verlegt, das derzeit noch mehr Luft hat. In der zweiten Welle war es umgekehrt. Damals nahm Wien Patienten aus anderen Bundesländern auf.

Österreich verzeichnete gestern 3515 Neuinfektionen. (877 in Wien, 751 in Niederösterreich). Das ist der Höchstwert im Jahr 2021. Damit liegt Österreich im Wochenschnitt bereits über 3000 Neuinfektionen. Tendenz steigend. Und: Immer mehr Covid-Patienten müssen auf den Intensivstationen aufgenommen werden. In sieben Tagen betrug der Anstieg 14 Prozent. Zudem dürfte die B.1.1.7 Variante, die in Österreich - außer in Vorarlberg und Tirol - bereits die dominante Variante ist, zu schwereren Verläufen auch bei jüngeren Patienten führen. Immer mehr 40- und 50-Jährige würden rascher ICU-pflichtig, berichtet Staudinger.

Bereits über 9000 Covid-Todesopfer

Gestern wurde außerdem die traurige Marke von über 9000 Covid-Todesopfern überschritten.

Auch in den übrigen Bundesländern dürfte sich die Lage zeitverzögert verschlechtern. Immer mehr Experten fordern ein „rasches Gegensteuern“ gegen die dritte Welle.

AKH-Intensivmediner Thomas Staudinger warnt:

"Wir sind bereits voll. B.1.1.7 macht häufiger schwerer krank"

ÖSTERREICH: Sie hatten vor zwei Wochen gewarnt, dass sich die Intensivstationen füllen. Und jetzt?

Thomas Staudinger: Wir sind maximal ausgelastet. Es gibt keine freien Betten.

ÖSTERREICH: Was, wenn man nicht gegensteuert?

Staudinger: Das, was man jetzt macht, wirkt sich erst in zwei Wochen aus. Es wird in zwei Wochen schlimmer werden, wenn man es jetzt weiter so laufen lässt, wird es noch wesentlich schlimmer und die Qualität der Gesundheitsversorgung, wie wir sie gewohnt sind, nicht aufrecht erhalten werden können. Das wird alle Patienten, Covid und Nicht-Covid betreffen. Ich kann darüber nur informieren. Entscheiden muss die Politik.

ÖSTERREICH: B.1.1.7 ist gefährlicher?

Staudinger: B.1.1.7 macht häufiger schwerer krank. Wir sehen das Patienten rascher auf die ICU müssen. Und die Patienten sind jünger.