Omikron-Prognose von Experte Klimek:

Jetzt drohen bis zu 50.000 Fälle

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Derzeit sind vor allem unter 40-Jährige infiziert. Welle wird zum Tsunami.
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Wien. Die letzte Prognose des Prognosekonsortiums war punktgenau: Für Mitte dieser Woche wurde mit 17.000 neuen Corona-Fällen gerechnet. Gestern wurden 17.006 offiziell registriert. Peter Klimek vom Prognosekonsortium erklärt im oe24.TV-Interview, dass der Höhepunkt noch lange nicht erreicht sei.

  • Für kommende Woche – immer vorausgesetzt, die Testkapazitäten funktionieren noch – rechnen die Experten mit 32.000 Fälle.
  • Die Omikron-Welle könnte sich in Österreich, wie man es bereits in anderen Staaten sieht, auf 50.000 bis 100.000 steigern. Derzeit verdoppeln sich die Omikron-Fälle – diese Va­riante macht seit Anfang Jänner 90 Prozent der Fälle aus – alle vier bis fünf Tage.
  • Die GECKO, das jüngste Covid-Gremium der Regierung, rechnet aber nicht mit einem starken Anstieg auf den Intensivstationen. Klimek warnt allerdings davor, Entwarnung zu geben. Die Anzahl der schweren Fälle werde von der Booster-Quote und dem Alter der Patienten abhängen.

Jüngere betroffen. Tatsächlich müssen derzeit ‚nur‘ 242 Covid-Patienten auf den Intensivstationen betreut werden.

Aber: Wie noch in allen Wellen sind zum Start vor allem die Jüngeren infiziert. Jene Altersgruppe, die derzeit am stärksten betroffen ist, sind die 15- bis 24-Jährigen (Sieben-Tage-Inzidenz von 1.662). Die Sieben-Tage-Inzidenz der über 65-Jährigen liegt derzeit hier noch bei unter 200.

Sollten die Omikron-Fälle sich in dieser Altersgruppe ausbreiten – und diese nicht geboostert sein –, könnte der Druck auf die Spitäler rasch größer werden, warnt Klimek.

"Mindestens 20 % werden sich infizieren"

ÖSTERREICH: Wie rasch verdoppeln sich die Fälle jetzt in Österreich?

Peter Klimek: In Österreich verdoppeln sie sich noch langsamer als etwa in Großbritannien. Dort hatten sie sich alle zwei Tage verdoppelt, bei uns verdoppeln sie sich alle vier, fünf oder sechs Tage. Aber auch das ist sehr schnell. Und wir sind noch weit von dem Höhepunkt der Welle entfernt. Ohne Maßnahmen werden sich mindestens 20 Prozent infizieren.

ÖSTERREICH: Das heißt zunächst 20.000 und dann bald 40.000 Fälle?

Klimek: Das ist plausibel. Aber die Frage ist, wie lange wir das noch messen können. Wir werden da an Kapazitätsgrenzen kommen. Zudem muss ein PCR-Test bei Omikron nur wenige Stunden alt sein, um noch aussagekräftig zu sein. Wir werden die Welle nicht wegtesten können. Das hatte schon in der vierten Welle bei Delta nicht funktioniert. Jetzt geht es noch weniger.

ÖSTERREICH: Was müsste man jetzt dagegen tun?

Klimek: Wir müssen Zeit gewinnen und die Zeit nützen, um insbesondere Menschen über 60 zu boostern. Wenn man auf Großbritannien schaut und sagt, dass dort die Aufnahmeraten auf den Intensivstationen niedriger sind, muss man dazu sagen, dass dort deutlich über 90 Prozent der 60 plus geboostert sind, bei uns sind es nur rund 70 Prozent. Ich würde noch keine Entwarnung für die Intensivstationen geben.

ÖSTERREICH: Sind wir zu spät?

Klimek: Wir haben viel weniger Spielraum und Zeit als in früheren Wellen.