2G ist kein Thema
LOCKDOWN-CHECK: 90% der Shops ohne Kontrolle
Wien. Seit Montag 0.00 Uhr gilt der Lockdown für Ungeimpfte. Zwei Millionen Menschen sind betroffen. Geschäfte, die nicht den dringenden täglichen Bedarf abdecken, sollten also nur Geimpfte und Genesene betreten. ÖSTERREICH machte den Check.
Montag kurz vor Mittag begann genau im Zentrum Wiens der Lokalaugenschein. Unser – selbstverständlich geimpfter – Redakteur ging leicht zögerlich Richtung Humanic.
Humanic. Groß die Überraschung, als kein Angestellter an der Tür stand, um den 2G-Nachweis zu kontrollieren. Drinnen sprach der Reporter mit einer Verkäuferin, informierte sich über Schuhe. Kein Wort wurde über 2G gewechselt.
Noch glaubte er an einen Einzelfall. Die Kärntner Straße ist zu dieser Zeit halb voll. Ein Blick durch die Schaufenster zeigt: wenigstens Masken scheinen alle zu tragen.
Apple. Zweite Station ist der Apple-Shop. Der Impf-Status wird wieder nicht abgefragt. Auch in den nächsten Geschäften wiederholt sich der Vorgang.
Betreiber verantwortlich, muss aber nicht checken
Ein Anruf im Gesundheitsministerium bringt ein wenig Klarheit. Laut Sprecherin ist der Betreiber des Geschäfts zwar verantwortlich, dass die Maßnahmen eingehalten werden. Immerhin drohen ihm bis zu 3.600 Euro Strafe bei einem Verstoß. Aber lückenlos kontrollieren muss er nicht.
Endlich. Fazit unseres 2G-Checks in der Wiener Innenstadt: Von 10 besuchten Geschäften wurden wir nur einmal kontrolliert. Im wohl neuesten Shop auf der Kärntner Straße, dem des Elektronik-Konzerns Huawei, kommt eine Dame auf uns zu: „Entschuldigen Sie, es gibt eine neue Regel, ich muss sie leider um einen 2G-Nachweis fragen.“
Kärnten. Ähnlich das Ergebnis in Kärnten. Hier ging die APA auf Shopping-Tour und wurde in keinem einzigen (!) Geschäft kontrolliert.
Polizei-Kontrollen. Volle Konzentration auf Kontrollen heißt es jedoch bei der Polizei. Bei jeder Amtshandlung – etwa einer Verkehrskontrolle – soll zusätzlich der 2G-Nachweis geprüft werden. Zusätzlich sind pro Bezirk zwei Streifen nur für Kontrollen unterwegs.
Etwa 15.000 Kontrollen sind es wöchentlich. Bisher kam es dabei zu etwa 400 Anzeigen. Die Strafen reichen von 500 Euro bei Verstößen, bis zu 1.450 Euro bei der Verweigerung der Kontrollen.