Reiserückkehrer unter der Lupe
Omikron: Alarm um 28 Afrika-Urlauber
Österreich. Rund 200 Österreicher sind derzeit laut Außenministerium in Botswana, Eswatini, Lesotho, Mosambik, Namibia, Simbabwe und Südafrika unterwegs. Die meisten davon in Südafrika. Es handelt sich um jene Länder, für die aufgrund der neuen Virusvariante Omikron ein Einreisestopp gilt. Seither kehren fast täglich Urlauber aus dem südlichen Afrika zurück. Einige von ihnen könnten sich infiziert haben – ihre PCR- und Antigen-Schnelltests fielen positiv aus.
Zwei Kontaktpersonen des Tiroler Falls positiv
Tirol. Zwei Personen aus dem familiären Umfeld des am Montag bestätigten Omikron-Falles im Tiroler Bezirk Schwaz sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Innsbrucker Virologin Dorothee von Laer ging im Interview davon aus, dass es sich „zu über 95 Prozent“ um die Omikron-Variante handeln dürfte.
Außer diesen Fällen – die Ergebnisse zehn weiterer Sequenzierungen aus dem Bundesland stehen noch aus – gibt es inzwischen auch begründete Verdachtsfälle in Vorarlberg, Salzburg und Oberösterreich.
28 Verdachtsfälle in Vbg. Tirol, Salzburg und OÖ
Ein durchgeführter PCR-Test bei einem Vorarlberger, der von einer Reise ins südliche Afrika zurückgekehrt ist, war positiv. Jetzt wird die Variante ermittelt, mit der sich der Betroffene infizierte. 15 weitere Vorarlberger, die aus Südafrika heimkehrten, befinden sich in Quarantäne. Ihre Testergebnisse stehen noch aus. Auch in OÖ wurden je ein Reiserückkehrer aus Südafrika und Namibia positiv getestet. Die AGES klärt gerade ab, mit welcher Variante sie infiziert sind.
Infizierter Wiener. Am Nachmittag vermeldete auch ein Salzburger Labor einen ersten Verdachtsfall, der derzeit sequenziert werde. Beim Infizierten handelte es sich um einen Wiener, der via Flugzeug aus Südafrika zurückkehrte und einen Zweitwohnsitz in Salzburg hat. Kontaktpersonen in Salzburg schließt die Landessanitätsdirektion derzeit aus. Der Wiener befindet sich jedenfalls in Quarantäne.
Virologin Dorothee von Laer im Gespräch
ÖSTERREICH: Was wissen Sie über den Krankheitsverlauf von Patienten mit der Omikron-Variante?
Dorothee von Laer: Laut den Berichten aus Südafrika sind die Krankheitsverläufe leicht. Allerdings sind dort vorwiegend junge Menschen betroffen gewesen. Insofern kann man noch nichts sagen. Bisher gibt es keinen Hinweis auf schwerere Verläufe. Das muss aber nicht heißen, dass es leichtere Verläufe gibt. Es müssen sehr viel mehr Patienten beobachtet und ihre Verläufe dokumentiert werden.
ÖSTERREICH: Wissen Sie, wie es jenem Tiroler geht, dessen Infektion mit der Omikron-Variante nun auch vom Ministerium bestätigt wurde?
von Laer: Ich weiß nur, dass er in Quarantäne ist. Ich wüsste nicht, dass er auf der Intensivstation liegt. Wir haben nur die Probe über das Land Tirol bekommen. Wir von der Virologie haben keinen direkten Kontakt zum Patienten.
ÖSTERREICH: Es gibt offenbar noch dreißig weitere Verdachtsfälle in Tirol. Weiß man da schon mehr?
von Laer: Inzwischen weiß ich vom Land Tirol, dass der PCR-Test bei 20 Fällen negativ war.
ÖSTERREICH: Das heißt, zehn sind positiv?
von Laer: Bei den übrigen zehn stehen die Ergebnisse noch aus.
ÖSTERREICH: Sollte es weitere positive Ergebnisse geben, fängt man mit der Sequenzierung an, um die Variante bestimmen zu können. Wie lange wird das dauern?
von Laer: Genau, das geht aber alles direkt hintereinander. Das wird im Laufe des Tages geklärt. Ich rechne daher mit einem baldigen Ergebnis.