Mindestens 297 Fälle in Österreich
So schnell breitet sich Omikron aus
Wien. Gestern gab es laut AGES offiziell 297 Omikron-Fälle in Österreich. Das heißt, in nur drei Wochen sind die Infektionen mit der neuen Fluchtvariante von nur sechs auf fast 300 gestiegen. Die Dunkelziffer könnte erheblich sein. Nur knapp 55 Prozent der neuen Coronafälle – davon die meisten in Wien – werden überhaupt auf die Omikron-Variante untersucht.
In Wien wurden denn auch gestern 211 bestätigte Fälle gemeldet. 198 davon sind noch aktiv. Vor drei Wochen hatte Wien nur einen einzigen Fall.
Durch die vermehrte Reisetätigkeit in den letzten Tagen könnte die Variante weiter eingeschleppt worden sein (siehe unten). Zudem gehen Experten schon von Community Transmission – also Ansteckungen im Inland ohne Reisegeschichte – aus.
"Welle wird größer als alle bisherigen"
Warnung. Mikrobiologe Ulrich Elling geht denn auch davon aus, dass „wir fest mit einrechnen müssen, dass wir viel mehr Fälle haben“. Die fünfte Welle könnte schon Ende des Jahres starten und ab Jänner „weit höher werden als alle, die wir bislang gesehen hatten“.
Die Daten aus London – dort ist die Mutante, die zuerst in Botswana und Südafrika entdeckt wurde, bereits dominant – würden eine Verdoppelungszeit von knapp zwei Tagen zeigen. In Dänemark von rund 2,5 Tagen. Das heißt, dass Wien etwa schon am Mittwoch 400 Fälle haben könnte.
Die neue GECKO – die neue Corona-Taskforce – wird diese Woche dazu tagen. Die deutsche Corona-Taskforce hat bereits am Sonntag für Deutschland vor einer Überforderung von Gesundheitssystem und Infrastruktur gewarnt.
Zwei Impfungen oder eine bisherige Genesung ohne Impfung schützen nur noch zu knapp 20 Prozent vor Omikron. Die dritte Impfung aber zu 70 Prozent vor schweren Verläufen. Daher, so die meisten Experten, müssten sich möglichst viele noch vor Silvester boostern lassen.