Chaos um Regelung
Tausende Schüler in Quarantäne
Vor allem in Wien sind Eltern und Schüler mit einem Quarantäne-Chaos konfrontiert.
Wien. Eine Woche nach Schulstart im Osten werden die Nerven von Schülern und Eltern auf eine harte Probe gestellt. Die Gesundheitsbehörden verzeichneten Stand Montagmittag sage und schreibe 285 „Teil-Schließungen“. Das heißt: An 285 Schulen ist zumindest eine Klasse in Corona-Quarantäne – möglicherweise sogar mehrere. Vorsichtig gerechnet sind 5.000 bis 10.000 Kinder und ihre Eltern davon betroffen.
Wien ist streng. Der Grund: Die Wiener Gesundheitsbehörden gehen vergleichsweise streng vor. Laut Auskunft aus dem Büro von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) werden Kindergarten-Gruppen und Volksschulklassen in Quarantäne geschickt, wenn nur ein Kind positiv getestet wird: Bei so kleinen Kindern sei ein Contact Tracing kaum möglich,
Bei älteren Kindern ab der 5. Schulstufe (NMS oder Unterstufe) gibt es hingegen ein Contact Tracing – in Quarantäne müssen in diesem Fall nur die Sitznachbarn bzw. „beste Freunde“. Zum Vergleich: NÖ hatte bis Ende letzte Woche nur 2 Klassen in Quarantäne.
Kurz-Quarantäne. Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) hatte in ÖSTERREICH eine Art Kurz-Quarantäne gefordert: „Ich bin dafür, dass die Quarantäne nach fünf Tagen mit einem negativen PCR-Test beendet werden kann.“ Er habe auch „große Sympathie für die deutsche Regelung, bei der nicht schon beim ersten Fall die ganze Klasse in Quarantäne geschickt werde.
Auch im Wiener Rathaus kann man sich das vorstellen – entscheiden müsse aber das Gesundheitsministerium. Minister Wolfgang Mückstein (Grüne) ließ ausrichten, dass an einer Regelung bereits gearbeitet werden. G. Schröder