Interview bei Fellner! LIVE
Virologe: Corona-Pandemie dauert in Österreich bis 2022
Wien. Die Corona-Zahlen sind in Österreich derzeit noch relativ stabil. Aber mit einer Prognose, wie sehr sich die Öffnungen auf die Fallzahlen auswirken, müsse man noch ein bis zwei Wochen warten, sagt Dr. Christoph Steininger Virologe der MedUni-Wien im Interview bei Fellner! LIVE. Der Experte befürchtet einen "deutlichen Anstieg der Fallzahlen." Er nennt dafür zwei Gründe: "Einerseits durch infektiösere Virus-Varianten und andererseits durch die Lockerungen der Maßnahmen".
Die Öffnungen seien eine politische Entscheidung gewesen. "Die Wirtschaft habe sehr laut" nach Lockerungen gerufen, sagt Steininger. Daher seien sie auch notwendig geworden. Es dauere etwa zwei Wochen um den Effekt von Maßnahmen auf das Infektionsgeschehen zu erkennen. Jetzt kommen noch verschlimmernd die Virus-Varianten dazu.
Steininger: "Entscheidend ist Zeit zu gewinnen"
"Wir werden nicht verhindern können, dass Varianten nicht auch in Ost-Österreich zirkulieren werden", so Steininger. Entscheidend sei, dass man Zeit gewinne, damit man mehr Menschen mit der Impfung erreiche. Die mRNA-Impfstoffe von Meoderna und Pfizer haben gegen die Virus-Varianten eine "etwa geringere Wirkung", sind aber immer noch ausreichend um schwerere Krankheitsverläufe zu unterbinden und mildere Verläufe zu verhindern, erklärt der Virologe. Leider gebe des Daten von AstraZeneca, die zeigen würden, dass die Wirkung gegen Mutationen auch bei milden Verläufen deutlich reduziert sei. Immerhin: Bei der Briten-Variante wirke die AstraZeneca-Vakzin noch sehr gut.
Corona-Pandemie dauert in Österreich bis 2022
Die Vakzine wirken nicht mehr so gut auf die Mutationen. Aber: "Impfungen sind immer noch extrem wichtig und können ein ganz wichtigen Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie leisten", sagt Steininger. "Eine völlige Veränderung der Situation können wir uns aber, glaube ich, nicht mehr erwarten. Wir brauchen mehr Impfstoffe", fordert der Virologe. "Wir können nur versuchen möglichst viele Menschen zu immunisieren, damit wir wirklich einen positiven Effekt erzielen. Aber so, dass wir am Ende des Jahres alle Menschen geimpft haben und Corona Geschichte ist, wird es sicher nicht sein."