So kam es zu dem Fehler

Jüngste Panne setzt Facebook unter Druck

09.06.2018

Private Daten von bis zu 14 Millionen Usern tagelang öffentlich einsehbar.

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© APA/AFP/JUSTIN TALLIS
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Wie berichtet, haben durch die jüngste Datenschutz-Panne von Facebook  mehrere Millionen Nutzer ihre Beiträge möglicherweise ungewollt mit der ganzen Welt geteilt - statt nur mit Freunden. Dem Online-Netzwerk zufolge könnten 14 Millionen Mitglieder davon betroffen sein. Der Software-Fehler wurde im Mai nach zehn Tagen behoben. Facebook unterlief der gravierende Fehler ausgerechnet während der Bemühungen, das Vertrauen von Nutzern und Politik nach dem Datenskandal um Cambridge Analytica  zurückzugewinnen. Damit steigt der Druck auf das Unternehmen weiter.

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So kam es zu dem Fehler

Der Fehler passierte bei der Arbeit an einer neuen Funktion, wie Facebook erläuterte. Grundsätzlich ist die Einstellung so geregelt, dass Nutzer bei jedem Beitrag entscheiden können, ob die Inhalte nur für Freunde, oder auch für Freunde von Freunden - oder alle bei Facebook zu sehen sein soll. Dabei wird die letzte Auswahl automatisch für den nächsten neuen Beitrag übernommen.

Die neue Funktion für das Teilen von Profil-Inhalten hätte diese Voreinstellung eigentlich nicht beeinflussen dürfen, weil es dabei grundsätzlich um Dinge geht, die man öffentlich zeigen will. Dennoch schaltete das System die Privatsphären-Einstellung auch beim nächsten regulären Facebook-Post im Hintergrund auf "alle" um.

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Voreinstellung wurde zurückgesetzt

Die Nutzer könnten dabei aber davon ausgegangen sein, dass die Beiträge wie gewohnt nur in einem engeren Kreis geteilt werden - denn sie hatten ja nichts daran geändert. Nun korrigierte Facebook den Empfängerkreis der in diesem Zeitraum geposteten öffentlichen Beiträge wieder auf den Stand der Voreinstellung vor Auftreten des Softwarefehlers. Die betroffenen Nutzer werden informiert. Ihnen wird außerdem angeboten, die fraglichen Posts in einer Übersicht noch einmal zu überprüfen.

Datenschutz-Chefin Erin Egan betonte, Facebook versuche, nach der Kritik am Umgang mit dem Datenabfluss an Cambridge Analytica transparenter über Fehler zu informieren. Das Online-Netzwerk ist in den USA an Auflagen aus einer Einigung mit der Verbraucherschutzbehörde FTC gebunden, die unter anderem ein eindeutiges Einverständnis der Nutzer für eine Änderungen der Privatsphären-Einstellungen erfordern. Die FTC setzte die Maßnahmen 2011 durch. Ein Auslöser dafür war, dass Facebook zwei Jahre zuvor Informationen wie die Liste der Freunde für alle zugänglich gemacht hatte, ohne die Zustimmung der Nutzer einzuholen.

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