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Von wegen gesund! So belastend ist ein Marathon wirklich für den Körper

17.04.2026

Die Marathon-Saison ist offiziell eröffnet und mit ihr auch wieder die große Frage: Wie gesund ist so ein Marathon eigentlich wirklich? Denn ja, Laufen gilt als eine der gesündesten Sportarten überhaupt.
Aber: 42,195 Kilometer am Stück? Das ist nochmal eine ganz andere Liga. 

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Wenn beim Vienna City Marathon um 9 Uhr der Startschuss fällt, liegen über 42 Kilometer vor den Läufer:innen. Für viele bedeutet das: vier, fünf oder sogar mehr Stunden Dauerbelastung. Und genau hier wird es spannend: Ist das noch gesund oder schon zu viel? In der Sportmedizin hört man dazu oft denselben Satz: Für einen Marathon zu trainieren ist gesund, ihn zu laufen eher weniger. 

Vorbereitung ist alles (wirklich alles)

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Ein Marathon ist nichts, was man „mal eben“ macht.

  • Einsteiger:innen sollten mindestens ein Jahr Vorbereitung einplanen
  • Sportlich Aktive: etwa 3 bis 6 Monate intensives Training

Alles darunter? Überlastung pur. Ohne ausreichende Vorbereitung setzt man den Körper unnötigem Stress aus und riskiert Verletzungen oder gesundheitliche Probleme. 

Marathon: Was im Körper wirklich passiert

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Ein Marathon ist für den Körper eine echte Extremsituation. Während des Laufs verlieren Sie nicht nur Wasser, sondern auch messbar Körpergröße:

  • bis zu 3 kg Gewichtsverlust (hauptsächlich Flüssigkeit)
  • im Schnitt bis zu 1,6 cm kleiner im Ziel

Warum? Durch die Belastung wird Flüssigkeit aus den Bandscheiben gepresst. Ja, Sie laufen buchstäblich ein kleines Stück „zusammen“. 

Muskeln im Ausnahmezustand

Nach dem Lauf gleichen Ihre Muskeln einer Großbaustelle:

  • unzählige Mikrorisse
  • massive Beanspruchung
  • deutlich reduzierte Leistungsfähigkeit

Der Körper startet sofort mit Reparaturarbeiten und braucht dafür vor allem: Proteine und Zeit.

Der Körper reagiert wie bei einem Infekt

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Klingt dramatisch, ist aber tatsächlich so: Nach einem Marathon befindet sich der Körper in einer Art Entzündungszustand, ähnlich wie bei einer Krankheit.

  • Das Immunsystem ist geschwächt
  • Sie sind für etwa 48 Stunden anfälliger für Infekte
  • Der Körper arbeitet auf Hochtouren, um sich zu regenerieren 

Auch das Herz wird stark belastet. Nach einem Marathon können Werte gemessen werden, die kurzfristig wirken, als hätte der Körper gerade einen Herzinfarkt überstanden. Wichtig: Diese Effekte sind vorübergehend und normal bei gesunden Menschen.

Regeneration: Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit

Nach dem Zieleinlauf ist vor der Erholung. Was jetzt wichtig ist:

  • Kohlenhydrate auffüllen
  • ausreichend trinken
  • warm bleiben 

Die ersten 48 Stunden sollten Sie es ruhig angehen lassen. Leichte Bewegung hilft, völlige Inaktivität eher nicht. 

 

Ein Marathon ist kein Spaziergang für den Körper, sondern eine Extrembelastung. Aber: Für gesunde, gut vorbereitete Menschen spricht grundsätzlich nichts dagegen. 

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