Optimale Schlafdauer

Wer SO viel schläft, könnte seinen Organen schaden

26.05.2026

Zu wenig Schlaf ist ungesund – das ist bekannt. Doch auch wer regelmäßig zu lange schläft, könnte seinem Körper schaden.

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Schlaf gilt als einer der wichtigsten Faktoren für Gesundheit, Regeneration und ein langes Leben. Doch wie so oft kommt es auch hier auf das richtige Maß an. Denn nicht nur zu wenig Schlaf kann den Körper schneller altern lassen – auch zu viel Schlaf steht laut einer neuen Analyse mit vorzeitigen Alterungsprozessen in Verbindung.

Ein internationales Forschungsteam der Columbia University in New York hat dafür Daten von rund 500.000 Menschen aus der „UK Biobank“ ausgewertet. Das Ergebnis: Wer dauerhaft weniger als sechs Stunden oder mehr als acht Stunden pro Nacht schläft, weist Hinweise auf ein höheres biologisches Alter in mehreren Organsystemen auf. Die Studie beschreibt einen U-förmigen Zusammenhang zwischen Schlafdauer und biologischer Alterung: Am günstigsten schnitten Menschen ab, die im Schnitt zwischen 6,4 und 7,8 Stunden schliefen.

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Zu viel Schlaf kann Organe belasten

Besonders spannend: Die Auswirkungen zeigen sich nicht nur im Gehirn. Laut den Forschenden waren auch Lunge, Leber, Immunsystem, Haut, Hormonsystem, Stoffwechsel sowie weitere Körperbereiche betroffen. In mehreren biologischen „Alterungsuhren“ – also Messwerten, die das biologische Alter von Organen und Geweben abbilden – zeigte sich bei sehr kurzen und sehr langen Schlafzeiten ein ungünstigeres Muster.

Während Schlafmangel den Körper unter Stress setzt, natürliche Rhythmen stören und Entzündungsprozesse fördern kann, scheint zu langer Schlaf vor allem mit Gehirn- und Stoffwechselprozessen zusammenzuhängen. Die Forschenden betonen allerdings: Langes Schlafen muss nicht immer die direkte Ursache sein. Es kann auch ein Hinweis darauf sein, dass im Körper bereits etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist – etwa durch bestehende oder beginnende Erkrankungen.

Diese Schlafdauer ist laut Studie optimal

Die Analyse legt nahe, dass die ideale Schlafdauer für Erwachsene ungefähr zwischen sechs und acht Stunden liegt. Je nach Organ, Geschlecht und Messmethode lag der günstigste Wert in der Studie zwischen 6,4 und 7,8 Stunden pro Nacht. Für weitere Auswertungen teilten die Forschenden die Schlafdauer daher in drei Gruppen ein: weniger als sechs Stunden, sechs bis acht Stunden und mehr als acht Stunden.

Höheres Risiko für Krankheiten und Sterblichkeit

Die Studie fand außerdem Zusammenhänge zwischen auffälliger Schlafdauer und einem erhöhten Risiko für verschiedene Erkrankungen. Besonders kurzer Schlaf war mit zahlreichen Gesundheitsrisiken verbunden, darunter Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselprobleme, Diabetes, Depressionen, Angststörungen, Atemwegserkrankungen und Verdauungsbeschwerden. Auch lange Schlafdauer wurde mit bestimmten Risiken in Verbindung gebracht, vor allem im Bereich Gehirn und Psyche.

Auch beim allgemeinen Sterberisiko zeigte sich ein Zusammenhang: Sowohl kurzer als auch langer Schlaf waren in der Auswertung mit einem erhöhten Risiko für Tod jeglicher Ursache verbunden.

Nicht jeder lange Schlaf ist automatisch gefährlich

Wichtig ist: Wer einmal am Wochenende länger schläft, muss sich keine Sorgen machen. Problematisch wird es vor allem dann, wenn man dauerhaft sehr viel Schlaf braucht oder trotz langer Nächte nicht erholt aufwacht. Das kann ein Warnsignal sein – etwa für Stress, Depressionen, Schlafstörungen, Entzündungen oder andere gesundheitliche Probleme.

Die Studienautoren weisen zudem auf Einschränkungen hin: Die Schlafdauer wurde von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern selbst angegeben. Außerdem kann die Studie Zusammenhänge zeigen, aber nicht in jedem Fall beweisen, dass zu viel oder zu wenig Schlaf direkt die Ursache für schnelleres Altern ist.

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