Führt auch Regie

The Town: Das ist Afflecks Erfolgsfilm

© 2010 Warner Bros. Ent.
Afflecks zweite Regiearbeit - Mittelmäßige Story, gute Schauspieler.
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Die reiche US-Ostküstenstadt Boston ist auch eine Hochburg des Bankraubes. Im Stadtteil Charlestown wird der illegale Gelderwerb von Generation zu Generation weitergegeben. So erzählt es uns Ben Affleck in seiner zweiten Regiearbeit "The Town - Stadt ohne Gnade", einem Ensemble-Film im Thriller-Gewand rund um einen Bankräuber, der sich in eines seiner Opfer verliebt.


Lively gibt Straßenmädchen
Die Story wirkt arg konstruiert. Das von Affleck miterarbeitete Drehbuch - basierend auf Chuck Hogans Roman "Prince of Thieves" ("Endspiel") - versucht in der Biografie der Hauptfigur den Schlüssel zur Handlung zu finden. Von der Mutter schon als Kind verlassen, der Vater (Kurzauftritt für Chris Cooper) im Gefängnis, knabbert Doug daran, dass er sich leichtsinnig eine Karriere als Eishockey-Spieler vermasselt hat. Kurz: Doug will neu anfangen und Claire erscheint im richtigen Moment auf der Bildfläche. Die Kontraste sprechen eine deutliche Sprache: Hier malerisch-renovierte Altbauten, der schlaue aber zaudernde Doug und die zerbrechliche Claire, da schäbige Pubs, der gefährliche Jim und die hartgesottene Krista (Blake Lively), Jims Schwester und Dougs Teilzeit-Geliebte.

Zwei Welten
Doch so nahe die beiden Welten im Problemviertel Charlestown beieinander liegen, so schwer ist der Ausbruch aus dem irischen Unterwelt-Milieu mit seinen festen Loyalitäten, verkörpert durch Dougs enge Bindung an Jim. Jeremy Renner ("The Hurt Locker"), der Beste in einem tollen Ensemble, zeichnet ihn als netten Typ, der ansatzlos zu den skrupellosesten Taten fähig ist und Doug zur ewigen Freundschaft verpflichtet. Renner macht Jims ständig lauernde Gewalttätigkeit spürbar, der Showdown mit dem FBI - das nur auf einen Fehler der Gang wartet - scheint unausweichlich.

Erlesen ausgewählt

So wird in "The Town" auch viel geballert und per Auto gejagt - auf die altmodische Art von 1970er-Gangsterfilmen, ohne nervöse Handy-Telefonate oder extremen Wackelkamera-Einsatz. Ben Affleck setzt in seiner zweiten Regiearbeit nach dem ebenfalls in Boston angesiedelten "Gone Baby Gone" (2007) auf Stil - Ausstattung und Schauplätze sind mit ebenso sicherem Auge ausgewählt wie die Darsteller. Das Ergebnis ist eine ansehnlicher Mix aus der Geschichte einer unmöglichen Liebe und einem Bankraub-Thriller, der trotz ausgedehnter Action-Szenen auch ein reiferes Kinopublikum ansprechen dürfte.

The Town ist ab 24. September in den österreichischen Kinos zu sehen.