Vor 9.000 Fans

Judas Priest ließen die Stadthalle beben

01.04.2024

Headbangen beim ÖSTERREICH-Konzert! Angeheizt von Uriah Heep und Saxon zündeten Judas Priest am Ostermontag die lässig-laute „Invincible Shield“ Show in der Stadthalle. 9.000 Fans rockten mit.

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Spätestens Montag Abend war es in Wien mit der Oster-Ruhe vorbei. Die Hardrock-Giganten von Judas Priest, die ja jüngst mit dem aktuellen Album „Invincible Shield“ sogar Platz 1 der Austria-Top-40- Charts eroberten, ließen mit ihrem ÖSTERREICH-Konzert die Stadthalle erzittern: 9.000 Fans feierten beim „Metal Masters“ mit Uriah Heep und Saxon durchaus (f)rohe Ostern!

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Vom Opener „Panic Attack“, zu dem man nach gelüfteten Show-Vorhang in trauter Fünfsamkeit posierte, bis zum Finale „Living After Midnight“ stand bei Priest über 90 Minuten Headbangen am Programm. Umrahmt von einem überdimensionalen Dreizack-Logo am Bühnen-Dach, Bandwimpel, sowie vier haushohen Videoscreens lieferte man in Wien eine Licht- und Sound-Orgie der Extra-Klasse und zündete dabei den wohl größten Hit „Breaking The Law“ schon nach nicht mal 15 Minuten. Ein mutiger Schachzug, der das Stimmungs-Level in der Halle jedoch früh auf Betriebstemperatur brachte.

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 „Hallo ihr Heavy Metal Wahsinningen. Priest sind zurück! Seid ihr bereit für ein bisschen Heavy Fucking Metal?“ begrüßte Rob Halford das feierfreudige Publikum und tobte dann, traditionell mit Leder-Nieten-Mantel und Handschuhen adjustiert, wie ein unruhiger Wolf durch eine lautstarke Greatest-Hits-Show. Auch mit einem von Freddie Mercury inspirierten Publikums Sing-along.

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Hardrock zur Perfektion

Gitarrist Richie Faulkner trieb zu 55-Millionen-fach verkaufte Klassikern wie „Rapid Fire“ die legendärsten Show-Posen des Hardrock zur Perfektion, während sich Bassist Ian Hill, als einziger ja bei allen 19 Studio-Alben dabei, auch bei den brandneuen Songs wie „Crown of Horns“ dezent im Bühnen-Hintergrund hielt. Da hatte selbst Drummer Scott Travis, der das Intro zu „Painkiller“ übernahm („Vienna ihr seid fucking großartig“) mehr Raum im Scheinwerfer-Licht.

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Die Show war ein wahres Höllen-Inferno: Für „Invincible Shield“ wurde der bedrohende Dreizack vom Hallendach gesenkt. Bei „Love Bites“ zeigte man schaurige „Nosferatu“-Videos. Und zu „Hell Bent for Leather“ gab’s den Showgag auf den Alle so sehnsüchtig gewartet hatten: Halford verschwand einmal mehr hinter dem seitlichen Bühnen-Vorhang um dann auf der „Maschin“ wieder zu kommen. Der legendäre Motorrad-Stunt durfte natürlich auch in der Stadthalle nicht fehlen. Ebensowenig das brachiale Fleetwood-Mac-Cover „The Green Manalishi“.

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Nur der an Parkinson erkrankte Teufelsgitarrist Glenn Tipton, der zuletzt überraschenderweise in Birmingham und London doch wieder bei den Zugaben mitrockte, war wie erwartet in Wien nicht dabei. Sein Ersatzmann Andy Sneap ließ aber nichts zu wünschen übrig.

Hochklassiges Vorprogramm

Das Vorprogramm ohnedies nicht: Uriah Heep, die sich am Ostersonntag noch im Marchfelderhof stärkten und sich über die vorgegebene Konzert-Länge beschwerten („Nur 45 Minuten ist eine Frechheit!“) , eröffneten mit Hymnen wie „Easy Livin‘“ oder „Lady In Black“ die weit über 4-stündige Konzert Dröhnung. Dazu gab‘s auch noch das Rock-Feuerwerk von Saxon. Samt Song-Abstimmung, bei der auf Publikums-Wunsch „Crusador“ und „Broken Heroes“ ins Wien-Programm geholt wurden.

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Uriah Heep (o.) und Saxon (u.) heizten für Priest ein

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In Summe ein brachiales Rock-Feuerwerk. Lauter als alle Oster-Ratschen und heißer als jedes Oster-Feuer. Dass danach als Rausschmeisser „We Are The Champions“ aus den Boxen tönte war nur würdig und recht.

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