Kultur-Tipps

Kulturwoche endet mit Oscar-Verleihung

23.02.2014

Abseits der Oscars  wartet Woche mit vielen Premieren und dem Opernball auf.

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© Photo Press Service/www.photopress.at
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Die Oscar-Verleihung Sonntagnacht (2. März)  ist zwar das Highlight der kommenden Woche, zuvor stehen aber die französischen Filmpreise "Cesar" auf dem Programm, das Akademietheater zeigt mit "Begin the Beguine" eine Uraufführung und im Gasometer treten Tim Bendzko sowie die Söhne Mannheims auf. Auch der Endbericht in der Untersuchung der Malversationen im Burgtheater soll nächste Woche vorgelegt werden.

Mitsuko Uchida gastiert am Montag in Wien  
Die Woche beginnt mit dem Tauziehen um eine mögliche Festplattenabgabe, die am Montagvormittag Thema eines Pressegesprächs der WKÖ ist, in der Zahlen vorgelegt werden, mit denen die Arbeitsplatzbedrohung durch die Abgabe illustriert werden soll. Ihren im Vorjahr geplanten Auftritt im Wiener Konzerthaus musste die japanische Starpianistin Mitsuko Uchida aus gesundheitlichen Gründen absagen, nun kommt das Wiener Publikum am Montag (24. März) im Großen Saal des Musikvereins doch noch in den Genuss ihrer Interpretation von Schuberts Sonate für Klavier G-Dur, während im Brahms-Saal Bariton Florian Boesch gemeinsam mit Thomas Quasthoff als Sprecher und Justus Zeyen am Klavier Lieder von Schubert, Schumann und Liszt sowie Texte von Heinrich Heine zum Besten gibt. Vorgelesen wird unterdessen im Rabenhof, wo Ernst Molden gemeinsam mit Ursula Strauss sein neues Kolumnen-Buch "Wien Mitte. Ein Wochenbuch" vorstellt und sich in der Tradition des Flaneurs als Chronist des Alltags übt und dabei den Blick für das schöne Unwesentliche schärft.

Dienstag mit CD-Präsentation und Ausblicken
  "Sympathikus - Parasympathikus" soll die neue CD der JazzWerkstatt heißen, die im März in Stuttgart in Kooperation mit dem Südwestrundfunk aufgenommen und im Rahmen des Festivals "Vienna Roomservice #5" präsentiert werden soll. Anlässlich ihres zehnjährigen Bestehens geben die Organisatoren am Dienstag im Cafe Prückel einen Ausblick auf die Aktivitäten 2014. Ebenfalls in die Zukunft schaut man im Linzer Posthof, nämlich auf das Programm der "TanzTage 2014". Abends gastiert das Theater an der Ruhr im Schauspielhaus Wien mit Peter Handkes "Immer noch Sturm", für das der Autor 2012 den Mülheimer Dramatikerpreis erhalten hatte. Dass "das Leben kein Wunschkonzert ist", weiß die Kabarettistin Angelika Niedetzky, die im Stadtsaal mit ihrem zweiten Programm "Niedetzky-Marsch" Premiere feiert und - ausgehend von den Schlussakkorden des Neujahrskonzerts - durchs Jahr marschiert.

Am Mittwoch feiert Kunsthaus Geburtstag
Sein 50. Geburtstag ist Anlass für das Kunsthaus Wien, dem Fotografen Andreas H. Bitesnich nach zehn Jahren wieder eine Einzelausstellung zu widmen. In der Retrospektive werden ab Mittwoch neben seinen skulptural anmutenden Aktfotos auch Porträts, "Behind the Scenes"-Material und Reisefotografien gezeigt. Eine Reise, nämlich nach Petuschki, unternimmt auch der Protagonist in Wenedikt Jerofejews Stück, das am Abend unter der Regie von Felicitas Braun im Burgtheater Vestibül Premiere feiert. Ein Geheimnis wird unterdessen in Klosterneuburg gelüftet, wenn Sammler Karlheinz Essl die Künstler seiner selbst kuratierten Schau "made in austria" vorstellt. Auch wer der neue Rektor des Salzburgers Mozarteums sein wird, ist ab Mittwoch nicht mehr Gegenstand von Vermutungen. Auf der Liste des Dreiervorschlags befindet sich jedenfalls auch der amtierende Rektor Reinhart von Gutzeit.

Der Ball der Bälle verzaubert am Donnerstag Wien
Wer den Donnerstagabend nicht am Opernball verbringt, kann sich etwa im Musikverein den Münchner Philharmonikern hingeben, die unter Lorin Maazel unter anderem eine Suite aus Manuel de Fallas Ballett "Der Dreispitz" zum Besten geben werden. Mit ihrem vierten Studioalbum "Unholy Ground" spielt in der Wiener Stadthalle die finnische Popband Sunrise Avenue auf. Gleich zwei neue Ausstellungen zeigt das Lentos: Szymon Kobylarz' "Nose Punch Machine (Fressenpolierer)" findet sich etwa in der Schau "SLAPSTICK! Die Kunst der Komik". Die Ausstellung "Lenin : Eisbrecher" widmet sich dem österreichisch-russischen Projekt, den legendären Atomeisbrecher Lenin - ein Symbol sowjetischer Macht und technischen Fortschritts - zum Schauplatz einer internationalen Ausstellung zu machen.

Oskar Kokoschka-Preis-Verleihung am Freitag   
Der Freitag gehört den Preisträgern: Den Anfang macht Peter Weibel, der für sein Gesamtwerk im MAK mit dem Oskar Kokoschka-Preis ausgezeichnet wird. Bei der Ö1-Hörspiel-Gala im Radiokulturhaus wird Markus Hering zum "Schauspieler des Jahres" gekürt, in Paris hat der kontroverse Cannes-Gewinner "Blau ist eine warme Farbe" von Abdellatif Kechiche mit acht Nominierungen große Chancen beim französischen Filmpreis "Cesar". Weniger ruhmreich ist in Los Angeles die Verleihung der "Goldenen Himbeere". "Mitten im Leben" steht Udo Jürgens, der in Wien seine neue CD präsentiert. Ebenfalls mit neuer Platte, noch dazu der ersten ohne Superstar Xavier Naidoo, sind die Söhne Mannheims im Gasometer zu Gast, wo sie "Elyzion" den heimischen Fans vorstellen.

Söhne Mannheims ohne Xavier Naidoo in Wien
Die Söhne Mannheims sind auch für die Karriere jenes jungen Mannes verantwortlich, der am Samstag die Bühne des Gasometers betritt: Tim Bendzko, der 2009 bei einem Wettbewerb des deutschen Kollektivs gewann und in Folge mit Songs wie "Nur noch kurz die Welt retten" die Charts eroberte. Eine "tiefschwarz funkelnde Allegorie über Liebe und Tod" verspricht das Akademietheater, wenn Jan Lauwers "Begin the Beguine" auf die Bühne bringt, das John Cassavetes kurz vor seinem Ableben für Peter Falk und Ben Gazzara schrieb, aber nie realisiert wurde.

Wochenende endet mit Oscar-Reigen
Der Sonntag dient schließlich zum Vorschlafen für die kommende Oscar-Nacht, wo die Favoriten "American Hustle", "Gravity" und "12 Years a Slave" insgesamt 29-fach nominiert sind.


 
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