Salzburger Festspiele

Markus Hinterhäuser wird Intendant

25.09.2013


Der gebürtige Italiener übernimmt ab 2017 die Intendanz von Pereira.

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Überraschungssieger sehen anders aus: Markus Hinterhäuser kehrt nun also 2017 fix zu den Salzburger Festspielen zurück. Von 1. Oktober 2010 bis 1. Oktober 2011 hatte der Pianist ja bereits interimistisch die Übergangsleitung an der Salzach inne, bis Alexander Pereira übernahm. Nicht zuletzt seine damalige, ruhige Führung, die sich deutlich von der seines Nachfolgers unterschied, dürfte nun den Ausschlag für die neuerliche, längerfristige Berufung durch das Festspielkuratorium gegeben haben. Zunächst einmal geht es aber 2014 bis 2016 zu den Wiener Festwochen. Das Karrierependeln zwischen Festwochen und Festspielen ist für Hinterhäuser allerdings schon beinahe Routine.

Italiener regiert künftig Salzburg

Geboren wurde Markus Hinterhäuser am 30. März 1959 in La Spezia, der Heimatstadt seiner italienischen Mutter. Er studierte Klavier an der Hochschule für Musik in Wien, am Mozarteum in Salzburg sowie in Meisterkursen. Als Solist und Liedbegleiter musizierte Hinterhäuser im Zuge seiner Karriere in den bedeutendsten Konzertsälen der Welt und arbeitete mit den renommiertesten Künstlern. Sein besonderes Engagement galt stets der zeitgenössischen Musik, insbesondere für das Werk von Luigi Nono, Karlheinz Stockhausen, Morton Feldman, György Ligeti, Giacinto Scelsi und Galina Ustwolskaja.

Bekanntes Gesicht in der Mozart-Stadt

Im Rahmen der Salzburger Festspiele betreute Hinterhäuser von 1993 bis 2001 unter der Intendanz von Gerard Mortier zusammen mit Tomas Zierhofer-Kin die Neue-Musik-Schiene "Zeitfluss", die große Beachtung fand. Die "Zeitfluss"-Festivals zu Themen wie Grenzzuständen der Wahrnehmung oder Religiosität und Ritual boten ein Spektrum von Klassikern der zeitgenössischen Musik bis zu den "Einstürzenden Neubauten". Unter dem Titel "zeit_zone" setzten Hinterhäuser und Zierhofer-Kin 2002 bis 2004 ihre Arbeit im Rahmen der Wiener Festwochen fort, wobei ein stärkeres Gewicht auf (Musik-)Theater und künstlerische Zwischenbereiche gelegt wurde.

Rückkehr nach Salzburg
2006 kehrte Hinterhäuser dann das erste Mal wieder zu den Salzburger Festspielen zurück, als er zum Konzertchef berufen wurde. Schon sein erstes Programm 2007 wurde gelobt, was sich auch 2008 fortsetzte. Die erfolgreiche Programmierung der wichtigen Konzertsparte, bei der er u.a. in der Reihe "Kontinente" Akzente setzte und klassische Musik mit moderner Musik verschränkte, brachte Hinterhäuser nach Ansicht vieler in die Pole Position für die Nachfolge von Intendant Jürgen Flimm.

Verließ Salzburg wegen Pereira
Als 2009 jedoch Alexander Pereira als Intendant ab Herbst 2011 bestellt und klar wurde, dass Schauspiel- und Konzertleiter auch künftig nicht im Direktorium vertreten sein würden, zog Hinterhäuser die Konsequenzen und gab bekannt, "unter den ihm angebotenen Rahmenbedingungen den Salzburger Festspielen nach 2011 als Konzertchef nicht mehr zur Verfügung zu stehen". Der vorzeitige Abgang Flimms brachte Hinterhäuser dann unversehens doch für ein Jahr an die Spitze, wobei er die Pläne großteils von Flimm übernehmen musste. Dessen ungeachtet wurde dem Kulturmanager nicht zuletzt wegen seiner fachlichen Kompetenz und seines ruhigen, verbindlichen Führungs- und Kommunikationsstils allseits Lob zuteil.

Intendanten-Hopping
Ab der Saison 2014 wird Hinterhäuser als Intendant der Wiener Festwochen die Bundeshauptstadt großflächig bespielen - und das mit einem Festival, das er auch von der Bühne aus bereits von zahlreichen Auftritten kennt. Gemeinsam mit Schauspieldirektorin Frie Leysen wird der Kulturmanager bis 2017 für das Programm verantwortlich zeichnen. Dann folgt die neuerliche Rückkehr in die Spitzenposition nach Salzburg - und diesesmal nicht nur interimistisch.



 
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