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Reaktionen auf Gert Voss' Tod

15.07.2014

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Ex- Burgtheaterdirektor Matthias Hartmann

 "Voss. Im Himmel der größten, die auf dieser Welt je eine Bühne betreten haben, wischt sich jetzt zwischen Zadek und Kortner schmunzelnd den Schweiß von der Stirn und legt sich zurück. Schöne Grüße. Du hast es geschafft. Für mich bist Du immer und ewig: Atemberaubend. Überwältigend. Fordernd. Schwierig. Zwingend. Liebevoll. Großmütig. Verwundbar. Egozentrisch. Brachial.Treulos. Ruchlos. Verbindlich. Verlässlich. Monströs. Empfindlich. Hinterhältig. Treu. Eitel. Herrlich. Verführerisch. Verführbar. Zart. Genial. Gefährlich. Gefährdet. Unsterblich. Eine unschließbare Lücke unter uns Sterblichen."

Claus Peyman

"Gert Voss ist ein Teil meines Lebens gewesen. Mit ihm ist der wichtigste Weggefährte meiner Theaterarbeit verschwunden. Er war wahrhaftig ein Theatergenie: grandioser, herzzerreißender Komiker - und zugleich furchteinflößender Dämon. Das europäische Theater hat einen seiner ganz Großen verloren. Thomas Bernhard hat ihm mit seinem Stück 'Ritter, Dene, Voss' ein Denkmal gesetzt. Möge er sich im Theaterhimmel zusammen mit Josef Kainz, Orson Welles und den anderen Auserwählten von den Anstrengungen und der Unruhe seiner unstillbaren Leidenschaft erholen. Mit Gert bin ich durch alle Wonnen des Theaterglücks und alle Schrecken der Theaterhölle gegangen. Ich könnte heulen. Farewell!"

Otto Schenk

"Ich habe Gert Voss gut gekannt, mit ihm zusammen gespielt und ihn sehr verehrt. Wenn er mich lobte, machte mich das sehr stolz, es war wie ein erfüllter Traum. Er hat mit einer Selbstverständlichkeit und Natürlichkeit Theater gespielt wie kein Zweiter. Er war eine Instanz. Sein Leben war von Menschlichkeit und Humor geprägt. Ich bin voller Sehnsucht nach ihm und entsetzt, dass er nicht mehr ist. Kaum jemand hat geahnt, dass das Ende bevorstand. Sein Tod ist ein immenser Verlust. Ich hätte ihn noch so gerne gesehen -auf der Bühne und im Leben."

Helga Rabl-Stadler, Präsidentin der Salzburger Festspiele

"Gert Voss schrieb bei seinen Auftritten jeweils Festspielgeschichte. Als Marc Anton in 'Julius Cesar' trug Voss entscheidend dazu bei, dass Peter Stein das Schauspiel zu neuen Höhen führen konnte. Und mit seiner Verkörperung des 'Jedermann' gab er dem Traditionsstück der Festspiele einen ganz besonderen Wert. Die Festspiele trauern um eine Künstlerpersönlichkeit, die in ihrer Eigenart im wahrsten Sinne des Wortes unersetzbar ist."

Schauspieler Cornelius Obonya

"Dass Gert Voss nicht mehr unter uns ist, ist kaum vorstellbar. Er war einer dieser ganz Großen, zu denen wir jüngeren Kollegen aufsahen. Mit ihm auf der Bühne zu stehen, oder zu drehen war immer eine feine Herausforderung."

NEOS-Kultursprecherin Beate Meinl-Reisinger

"Für Theaterliebhaber war Voss ein Maßstab - seine Bühnenpräsenz, seine Sprache, seine unbeugsame Leidenschaft fürs Theater. Als Sterbender auf der Bühne hat er den Tod lebendig gemacht und dem Leben die Endlichkeit vor Augen geführt.  Als Mensch und als wandelbarer Charakter wird er fehlen - und das weit über die Theatergrenzen hinaus."

Werner Faymann

"Mit Gert Voss haben wir einen einzigartigen Charakterdarsteller und ganz Großen der deutschsprachigen Bühne verloren. Als Ensemblemitglied des Burgtheaters hat er dem heimischen Publikum unzählige berührende Theaterabende geschenkt. In seinen vielfältigen Rollen hat er es immer verstanden, die Menschen in seinen Bann zu ziehen. Für seine große schauspielerische Leistung und seinen Einsatz und sein Engagement im Dienste des Wiener Burgtheaters schulden wir ihm unseren Dank und unsere Anerkennung."

Eva Glawischnig

"Ein Gigant der Schauspielkunst ist nicht mehr. Wer Gert Voss je auf der Bühne gesehen hat, seine unglaubliche Verwandlungskunst, sein vollkommenes Verschmelzen mit seiner Rolle, der erlebte Theater in seiner höchsten Verfeinerung. Wien darf froh sein, dass er in so vielen Rollen auf der Bühne des Burgtheaters stand."

Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny

"Mit Gert Voss verliert das Burgtheater den prägendsten Schauspieler der letzten Jahrzehnte. Er war ein unnachahmlicher Bühnendarsteller, ein hellwacher Träumer, der das Geheimnis seiner Schauspielkunst in der restlosen Verwandlung suchte. Die Haltlosigkeit, mit der sich Gert Voss in seine Arbeit stürzte, war beispiellos. Er lebte für das Theater und das Theater lebte durch ihn. Claus Peymann brachte ihn nach Wien, wo er die Herzen des schauspielerverrückten Burgtheaterpublikums im Sturm eroberte und wo er sich immer wieder auch in gesellschaftspolitische Fragen einbrachte. Wann immer man in den letzten Jahrzehnten am Burgtheater Innovationskraft wahrnahm, war Voss nicht nur Beteiligter, sondern maßgeblicher Gestalter des Bühnengeschehens. Gemeinsam mit Theatergrößen wie Bernhard, Tabori, Zadek, Bondy oder auch Kirsten Dene und Ignaz Kirchner machte er das Burgtheater zu einer der wichtigsten Bühnen der gesamten Theaterwelt."

Ex-Burgtheaterdirektor Klaus Bachler

"Einer der Großen des Theaters hat die Bühne verlassen. Das macht traurig, aber auch dankbar. Ich bin dankbar für die 10 Jahre, die ich mit Gert Voss am Theater verbringen durfte, dankbar für die vielen Gestalten voll Magie, Phantasie und Haltung. Nun gehst Du 'einen langen Schlaf zu tun', mein geliebter Gert!"

SPÖ-Kultursprecherin Elisabeth Hakel

"Mit Gert Voss verlieren wir einen Giganten der Schauspielkunst, der es stets verstand, sein Publikum zu verzaubern und in Erstaunen zu versetzen. Gert Voss war ein Virtuose, der mit seinem eindringlichen Spiel und seiner unverwechselbaren Tonalität Theatergeschichte geschrieben hat. Wien und dem Wiener Burgtheater hat er unvergessliche Sternstunden geschenkt - ob mit 'Richard III', 'Othello', als Shylock in Peter Zadeks legendärem 'Kaufmann von Venedig', in Samuel Becketts 'Endspiel' oder im Bernhard-Stück 'Ritter, Dene, Voss', mit dem Thomas Bernhard Gert Voss schon zu Lebzeiten ein Denkmal gesetzt hat."

Bundesminister Ostermayer

"Gert Voss prägte wie kaum ein anderer Schauspieler die deutschsprachige Theaterwelt. Mit seiner markanten Stimme und seinem unverwechselbaren Schauspiel vermochte er es, in jeder Rolle persönlich aufzugehen und Publikum wie Kritiker gleichermaßen zu verführen und zu begeistern. Nahezu majestätisch beherrschte er die Bühne und entführte die Zuschauer in das Reich der Kunst."

 






 

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