oe24-Kritik

Song-Contest-Finale lieferte die größte Show der Welt

16.05.2026

70 Jahre Song Contest. In Wien wurde das Finale am Samstag zum Fest der Sinne. Ein Pop-Spektakel der Superlative, das auch die hohen Ticketpreise rechtfertigte. 

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Song Contest: 12 Points. Stadthalle: 100 Points. Der 70. Song Contest lieferte wahrlich die größte Show der Welt. Ein beeindruckendes Spektakel: 25 Mini-Konzerte der 25 Finalisten, dazu noch ein Opening von Vorjahres-Sieger JJ sowie gleich drei Pausen-Shows, wo Parov Stelar zu „Black Lilies“ auf Super Bowl Niveau abrockte und ESC-Veteranen wie Erika Vikman, Verka Serduchka oder Alexander Rybak mit einem „Celebration“-Medley rund um Song Contest-Klassikern wie „Congratulations“, „Waterloo“ oder „Volare“ für sentimentale Stimmung sorgten. Und ein unerwartetes Highlight: die finsteren Hardrocker von Lordi mit dem heiteren L’amour Hatscher „Save Your Kisses for Me“ - einfach legendär. Noch beeindruckender war die Bühne in der Stadthalle - 8.500 Scheinwerfer, über 2.000 Quadratmeter LED-Fläche und alle nur erdenklichen Show-Gimmicks - und die Logistik. Keine 45 Sekunden Umbauzeit zwischen den Acts und das mit teilweise haushohen Aufbauten. Auch dafür gibt’s Höchstpunkte.

Die Show, bei der sich das umstrittene Moderations-Duo Victoria Swarovski und Michael Ostrowski endlich auf das Wesentliche konzentrierte, lieferte vom Opener „Før vi går hjem“ des Dänen Søren Torpegaard Lund auf einem Glaskasten bis zum gefeierten „Tanzschein“-Finale von Cosmó einen Abend der Superlative. Musikalisch war von verspieltem Schmuse-Pop (Malta) über große Bombast-Balladen (Frankreich) und eindringlichen Dancefloor-Krachern (Bulgarien) bis furchterregendem Heavy-Metal (Serbien) alles dabei. Show-technisch ohnedies alles, was heutzutage möglich ist: Windmaschine (Belgien), Laser-Overkill (Schweden), Hexenzirkel (Kroatien), Feuer-Fontänen (Norwegen) oder coolste Video-Tricks (Polen).

Top-Stimmung bei Cosmó

Für die größte Stimmung abseits von Cosmó, der beim Heimspiel trotz drohender Pleite wie ein Sieger gefeiert wurde, sorgten der griechische Wirbelwind Akylas, die bunte Party-Show von Satoshi und die finnischen Wett-Favoriten Linda Lampenius und Pete Parkkonen.

© Zeidler

Doch eine überragte alle. Und das nicht nur, weil sie sich per Schwebe-Plattform zwischen Feuerwerk-Salven und Funkenregen von ihrem Klavier aus in luftige Höhen hieven ließ. Delta Goodrem lieferte für Australien mit der Power-Ballade „Eclipse“ den Oscar-Moment unseres Song Contest.

Allein das war schon die heftigen Ticket-Preise von 230 Euro (Sitzplatz 2. Rang) bis 360 Euro (Golden Circle) beim Finale wert. Nur die Spannungen um den Israeli Noam Bettam, die ja schon bei der Quali-Runde und dem Jury-Finale von Störaktionen und Palästina-Fahnen begleitet wurden, waren absolut verzichtbar. 

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