Gewitter in Salzburg
Trotz Regens: Riesen-Jubel für neuen 'Jedermann'
Mit Riesen-Jubel, vielen Bravos, gestoppten 5:50 Minuten Applaus und am Ende auch noch Standing Ovations ist am Sonntagabend im Großen Festspielhaus in Salzburg die Wiederaufnahme-Premiere der "Jedermann"-Inszenierung aus dem Vorjahr gefeiert worden. Michael Sturminger hat die nochmalige dreiwöchige Probenzeit gut genützt und seine Arbeit deutlich schlüssiger und runder gestaltet.
Einzig, dass infolge des Schlechtwetters (der Regen hatte erst am frühen Abend aufgehört, die Zeit, Bühne und Zuschauerränge zu trocknen, war zu kurz) bereits die vierte "Jedermann"-Premiere in Folge indoor stattfinden musste, tat der allgemeinen Begeisterung Abbruch.
Promi-Aufmarsch
Ansonsten war die Stimmung bestens. Auch heuer kamen wieder reichlich bekannte Persönlichkeiten aus Politik, Kultur oder Showgeschäft zum Auftakt. Darunter war auch Wirtschafts- und Digitalisierungsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) mit ihrem Lebensgefährten Marcel Klomfar und ihrer deutschen Ministerkollegin Dorothee Bär (CSU) und deren Ehemann Oliver. Unter die illustre Polit-Runde mischte sich zudem VP-Landesrat Josef Schwaiger (siehe Foto oben). Auch Moderatorin und Unternehmerin Sandra Thier war genauso dabei, wie "Superweib"-Autorin Hera Lind mit ihrem Ehemann Engelbert Laine.
Lohmeyer begeistert als Tod
Ansonsten hat die im Vorjahr teilweise recht arg gescholtene Inszenierung deutlich gewonnen. Tobias Moretti präsentiert seine Titelfigur geschäftiger und weniger grüblerisch, ehe ihm die Todesahnung die finstersten Gedanken beschert. Peter Lohmeyer hat als Tod deutlich mehr Gewicht bekommen und legt Auftritte von gespenstischer Intensität hin.
Buhlschaft in Mode
Weiterhin zu Herzen gehen Edith Clever als Jedermanns besorgte Mutter und Mavie Hörbiger als schwindsüchtige Werke. Stefanie Reinsperger hat als Buhlschaft deutlich vorteilhaftere Kostüme erhalten und sorgt sich als ehrlich Liebende um ihren Freund, den sie schließlich doch verlässt. Ebenfalls als Gewinn erweist sich die neue Musik von Wolfgang Mitterer, die Facetten von Filmmusik einbringt. Nur der krampushafte Teufel Hanno Koflers will noch nicht so recht in das Gesamtbild passen, das dem Genius Loci auch ohne Domplatz um vieles gerecht wird als im Vorjahr.