Protest-Konzert

oe24 bei Springsteen: Wütende Anti-Trump-Show sorgt für Hoffnung

21.04.2026

Von wegen stiller Protest! Bruce Springsteen wird mit einer aufwühlenden Konzert-Serie gegen US-Präsident Trump laut. oe24 war am Montag beim politisch hochbrisanten Heimspiel in Newark live dabei. 

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„Diese Tour war nicht geplant, aber wir brauchen uns jetzt, denn wir leben in gefährlichen Zeiten!“ Bruce Springsteen liefert mit einer Wut-Show unter dem Motto „Land Of Hope And Dreams – No Kings“ die lautstarke Antwort gegen „Möchtegern-König“ Donald Trump. oe24 war am Montag beim Heimspiel in Newark dabei und erlebte einen entfesselten „Boss“, der seinen Polit-Frust in ein 175-minütiges Happening der Hoffnung katalysierte.

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Vom Opener „War“, dem er die erste von gleich vier langen Brandreden voranstellte („Amerika befindet sich derzeit in den Händen einer korrupten, inkompetenten, rassistischen, rücksichtslosen und verräterischen Regierung!“) bis zum Finale mit dem eindringlichen Bob-Dylan-Klassiker „Chimes of Freedom“ konzentrierte sich Springsteen für 20.000 Fans im Prudential Center auf die politisch motivierteren Werke seines 150-Millionenfach verkauften Oeuvres: „Death to My Hometown“, „No Surrender“, „American Skin (41 Shots)“, „Youngstown“, „Murder Incorporated“, „The Promised Land“, „Long Walk Home“ und natürlich das gerne von den Republikanern als Hymne missverstandene Protestlied „Born in The USA“. „Wir sind hier, um unsere amerikanischen Ideale, die Demokratie, unsere Verfassung und unser heiliges amerikanisches Versprechen zu feiern und zu verteidigen!“

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Das zeigte Springsteen auch am Merchandising-Stand, wo es T-Shirts und Hoodies mit dem Slogan „United Free Republic of E Street Nation“ gab. Eine Anspielung an die legendäre E Street Band, die unterstützt von Tom Morello (Rage Against The Machine) Springsteens Widerstand mit immensem Druck verstärkte. Und mit präzise gesetzten Betonungen auf so prägnante Stellen wie „In these days of evil presidentes“ beim The-Clash-Cover „Clampdown“, „The criminal clown has stolen the throne“ („Land of a thousand Guitars“) und dem Schlachtruf „Ice Out Now!“ von „Streets of Minneapolis“, das ja im Februar nach den Morden an Renee Good und Alex Pretti die Initialzündung zur spontanen Konzert-Serie lieferte. „Ich kenne keine andere Zeit, in der das Land so stark infrage gestellt wurde und unsere Grundideen und Werte so kritisch hinterfragt wurden wie jetzt!“

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Nach über zwei Stunden voll Zündstoff („Für viele sind wir heute nicht mehr das Land der Freiheit und die Heimat der Mutigen, sondern ein rücksichtsloser, unberechenbarer, räuberischer Schurkenstaat!“) setzte der Boss als Zugabe die ewigen Kracher „Born to Run“, „Dancing in the Dark“ und „Tenth Avenue Freeze Out“, wo er händeabklatschend durch die Menge zog, drauf. Weitere Durchhalteparolen ja sowieso: „Wir werden das schaffen. Denn wir sind Amerikaner!“

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Spannend: Springsteen selbst kam zwischen den 27 Songs der Name des von ihm so wortgewandt kritisierten Präsidenten nie über die Lippen. Seinen Fans dafür umso öfter. „Fuck Trump“ schallte es nicht nur einmal durch die Halle.

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Ein eindringliches, aufwühlendes und aufrichtiges Konzert. Nie war Springsteen wichtiger! Oder wie schon Ex-Präsident Obama bemerkte: „Amerika hatte viele Präsidenten, aber nur einen Boss!“