1. Mord 2011

Erste 
Spur zu Messerstechern

04.01.2011

Der 18-Jährige wurde auf einem Parkplatz getötet - auch Täter verletzt.

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© TZ Österreich/Kowatsch
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Als Alfred S., Hausmeister in der Grillgasse in Simmering, in der Nacht auf Dienstag heimkam, stand ein Haufen Polizeiautos vor seinem Haus. Emsige Beamte scharten sich um einen Körper.

Valmir lag in See von Blut und röchelte um Hilfe
Der Anrainer wurde weggeschickt – was passiert war, erfuhr er erst über die Medien. Und es wunderte den Mann nicht, dass schon wieder ein Verbrechen im Grätzel passiert ist. Erst kürzlich war ein Serbe 100 Meter entfernt in einem Billa Amok gelaufen, ehe er sich in einer Wohnung beim Feuergefecht mit der Polizei selbst richtete.

Um was es bei der neuen Bluttat ging, kann derzeit nur spekuliert werden. Fest steht, dass Passanten um 0.20 Uhr einen schwer verletzten jungen Mann vor dem Haus Grillgasse 16 fanden, der um Hilfe röchelte. Das Opfer lag in ­einem See von Blut – und verstarb kurze Zeit später im Rettungswagen. Da der Bursche keine Personalien bei sich hatte, wussten die Ermittler anfangs nicht, um wen es sich handelte. Da er aber schon einmal erkennungsdienstlich behandelt, sprich vorbestraft, war, konnte die Identität über seine Fingerabdrücke bzw. DNA schnell geklärt werden.

Auch Bruder des Opfers vor Kurzem überfallen
Der mit sechs Messerstichen in den Rücken Ermordete ist Valmir L., ein 18-jähriger Österreicher mit kosovarischen Wurzeln, der in der Nähe des Tatortes bei seinen Eltern wohnte.

Wie zwei Zeugen des Verbrechens aussagten, liefen zwei andere junge Männer weg, als die Passanten sich dem blutigen Schauplatz näherten. Die Täter waren etwa im Alter des Opfers und hatten dunkle, kurz rasierte Haare.

Einer der beiden, der in die Lorystraße hechtete, blutete – weil er sich bei der Messerstecherei selbst verletzt hatte. Oder Valmir hatte sich mit einem Messer gewehrt. Von dem oder den Messer(n) fehlt derzeit jede Spur. Die Ermittler (Gruppe Fleischhacker) konnten aber die 300 Meter lange Blutspur des verletzten Täters bis zum letzten Tropfen verfolgen. Ging der Mann zum Arzt oder ist auch sein genetischer Fingerabdruck aktenkundig, könnte er schnell ausgeforscht werden.

Wie ÖSTERREICH herausfand, war Valmir Montagnachmittag in einem Fitnessstudio in den Gasometern trainieren. Dort wurde erst kürzlich sein Bruder Selim mit einem Messer überfallen. Er überlebte schwer verletzt. Hängen die beiden Taten zusammen? Die Polizei verfolgt auch diese Spur.

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