Hundebiss-Opfer

Amelie aus Koma erwacht

12.05.2011

Amelies Arzt, der plastische Chirurg Heinrich Schubert, im Interview.

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„Sie ist unser kleiner, tapferer Engel“, sagt Heinrich Schubert, 34, plastischer Chirurg iam Krankenhaus der „Barmherzigen Brüder“ in Salzburg (siehe Interview unten). Er und seine Kollegin Elisabeth Russe, 30, haben Amelie nach der Attacke vier Stunden operiert: „Leider konnten wir den Hautlappen unter dem Mikroskop nicht annähen“, beschreibt der Arzt, „wir hoffen aber, dass das Hautteil von selbst anwächst“. Heute, Freitag, wird der Kopfverband von Amelie entfernt. Dann wird man ein erstes Ergebnis sehen.

Der Rottweiler hatte – wie berichtet – Amelie regelrecht skalpiert, und ihr ein 5 mal 25 Zentimeter großes Stück Haut samt Haaren vom Kopf gerissen. Polizisten bargen das Hautteil, brachten den Streifen in die Klinik: „Die Chancen, dass es anwächst, stehen 50:50“, argumentiert der Chirurg.

„Zum Glück hat Amelie jetzt keine Schmerzen“, sagt Die Mutter der kleinen Amelie ist die 29jährige Anna Reifberger zu ÖSTERREICH, die Mutter der Kleinen. Die 29-Jährige ist Vizeweltmeisterin im Karate (2010) . Sie weicht nicht vom Krankenbett ihrer Tochter: „Das Wichtigste für mich war, dass sie wieder aus dem künstlichen Koma aufgewacht ist. Ich wollte nur mein Kind zurück haben. Es war der schlimmste Anblick, sie einfach so liegen zu sehen mit den Schläuchen aus dem Kopf. Alles andere ergibt sich nun.“

Der dreijährige Rottweiler „Prozess. Avego“ wurde mittlerweile eingeschläfert. Auf seinen Besitzer Manfred F. (41), Wachmann am Flughafen in Salzburg, wartet eine Anklage wegen grob fahrlässiger Körperverletzung. Amelies Familie wird sich dem Verfahren als Privatbeteiligte anschließen.

ÖSTERREICH: Welche Verletzungen hat der Rottweiler der kleinen Amelie zugefügt?
Heinrich Schubert:
Amelie hatte schwerste Verletzungen am ganzen Kopf: Wange durchbissen, ein fünf Zentimeter breiter Streifen der Kopfhaut von der Augenbraue bis zum Hinterkopf war weg, hinter dem Ohr wurde der Schädelknochen regelrecht durchbissen. Das Gehirn des Kindes wurde aber nicht verletzt, ein riesiges Glück.

ÖSTERREICH: Konnte das abgerissene Kopfteil angenäht werden?
Schubert:
Leider ist das mikrochirurgisch nicht gelungen. Jetzt müssen wir hoffen, dass die Gefäße möglichst rasch von selbst einsprossen, damit die Haut nicht abstirbt. Ob das gelungen ist, werden wir erst sehen. Die Chancen stehen aber gut, dass zumindest die haartragende Kopfhaut wieder hergestellt werden kann. Wächst die Kopfhaut nicht mehr an, müssen wir die Wunde mit einem Hauttransplantat vom Oberschenkel abdecken, dann fehlen aber die Haare. Die Narbe an der Stirn wird Amelie ihr Leben lang haben.

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