Sichtung
Ältester Seeadler im Burgenland
16.03.2026Der Seeadler „Nestor“ ist 15 Jahre nach seiner Beringung durch den WWF kürzlich wieder im Burgenland gesichtet worden. Damit gilt er derzeit als der älteste bekannte Seeadler in Österreich.
„Nestor“ brütet derzeit im Bezirk Neusiedl am See. Die Sichtung sei eine „kleine Sensation“, meinte WWF-Experte Christian Pichler: „Gerade weil viele Jungtiere die ersten Jahre nicht überleben, ist ein so alter Seeadler besonders wichtig für die Population. Deshalb heißt er Nestor – nach einem alten und weisen Berater aus der griechischen Mythologie.“
„Nestor“ erst in der Mitte seines Lebens
Seeadler können bis zu 30 Jahre alt werden. Mit seinen 15 Jahren gilt „Nestor“, der im Mai 2011 als Jungtier in Niederösterreich beringt wurde, aber aktuell als der älteste bekannte heimische Seeadler. Der WWF fordert daher einen konsequenteren Schutz der Brutgebiete dieser Greifvögel und Lebensräume in Auwäldern und entlang großer Gewässer. Neben dem Verlust der Lebensräume sei vor allem die illegale Verfolgung eine der größten Gefahren, sagte Pichler.
Für Brutzeit gilt „Bitte nicht stören“
In der aktuellen Brutzeit reagieren Seeadler besonders empfindlich auf Störungen im Umfeld ihrer Horste. Schon geringe Eingriffe – etwa durch Forstarbeiten während der Brutsaison – können dazu führen, dass die Altvögel den Horst verlassen, die Brut aufgeben und die Jungen hilflos zurückbleiben. Denn Seeadler seien über Jahrzehnte verfolgt worden und nur die scheuen Seeadler hätten überlebt, erklärte Pichler im ORF-Burgenland-Interview.
Laut WWF ist es daher besonders wichtig, die Tiere in dieser sensiblen Phase konsequent zu schützen und nicht zu den Brutplätzen zu gehen. Nur so kann sich die noch relativ junge Population in Österreich langfristig stabil entwickeln.
Derzeit etwa zehn Brutpaare im Burgenland
Bis zum Jahr 2001 war der Seeadler laut Pichler in Österreich ausgestorben. Derzeit gibt es rund 90 Seeadler-Paare in Österreich, etwa zehn davon leben im Burgenland. Es gehe weiterhin bergauf, so Pichler. Verantwortlich dafür seien unter anderem die Artenschutzmaßnahmen, die auch der WWF durchgeführt habe.
Der Seeadler braucht Feuchtgebiete, um Wasservögel und Fische jagen zu können. Daher fühlt er sich an großen Flüssen, Aulandschaften, Teichen und Seen wohl. „Er braucht aber auch alte Bäume, wo er seine Horste bauen kann, weil die sind ganz schön schwer – bis zu 600 Kilo schwer“, erklärte Pichler.