Unfall-Opfer spricht

"Ein Glück, dass ich noch lebe"

© Pauty Michele

Dieser Autounfall bewegt das Land: Direkt vor ihrer Schule wurde Gabriele M. (47) von einem SUV niedergefahren. Ihre Schüler mussten zusehen.

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Vor exakt zehn Tagen wurde der achtjährige Florian auf dem Schulweg von einem Auto getötet. Nun schockt wieder ein Verkehrsunfall das Land. Und: Wieder passierte er auf einem Zebrastreifen, wieder auf dem Schulweg.

Die Chronologie der Tragödie: Wie jeden Mittwochmorgen ist Gabriele M. um halb neun in der Früh auf dem Weg in die Volksschule Grinzinger Straße im 19. Wiener Bezirk. Hier unterrichtet die 47-Jährige als Klassenvorstand die 4A.

Rettungs-Hubschrauber landete im Schulgarten
Um 8.40 Uhr steigt die hübsche Lehrerin aus dem Bus aus und will den Zebrastreifen queren. Vier ihrer Schüler sind bei ihr, ein Schülerlotse beobachtet den Verkehr. Doch dann passiert die Katastrophe: Immobilienberater Bernhard P. (52) rast mit seinem schwarzen BMW X5 einfach über den Schutzweg. Und: Er erfasst Gabriele M. Die 47-Jährige wird durch die Luft geschleudert, prallt auf dem Boden auf, bewegt sich nicht mehr.

Panisch rennen die zwei Buben und zwei Mädchen in die Volksschule, alarmieren Direktorin Karin Erthal. Nur durch Zufall ist heute die Schulzahnärztin im Haus. Sie leistet erste Hilfe, bringt die Verletzte in die stabile Seitenlage bringt, prüft immer wieder Atmung und Puls.

Direktorin Erthal verständigt unterdessen die Rettung, kurz darauf landet der Christophorus-Hubschrauber im Schulgarten. Mit schweren Verletzungen wird Gabriele M. ins Spital geflogen. Im Gespräch mit ÖSTERREICH sagt sie: „Der Wagen war viel zu schnell unterwegs und hätte doch eigentlich nur 30 km h fahren dürfen“ (siehe Interview).

Klar ist: Auch am Tag nach dem Unglück stehen Schüler, Lehrer und Eltern unter Schock. In der ersten Schulstunde haben die Kinder Gabriele M. Bilder gemalt und Briefe geschrieben. Wann sie wieder unterrichten wird können, ist derzeit noch ungewiss.